Ehrenamtliche DRK-Helfer wurden bei der Moonlight-Musiknacht wüst beleidigt

dzDRK Nienborg-Heek

Damit alle unbeschwert feiern können und im Notfall Hilfe da ist, waren ehrenamtliche Kräfte des DRK bei der Moonlight-Musiknacht im Einsatz. Und mussten sich anpöbeln lassen.

Heek

, 25.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Rund 3000 Leute feierten am vergangenen Samstag bei der Moonlight-Musiknacht auf dem Gelände an der Burg in Nienborg. Ein trotz einiger Schauer warmer Sommerabend mit viel Livemusik und kühlen Getränken war es. Die Stimmung war gut. Auch bei den ehrenamtlichen Helfern des Ortsverbands Nienborg-Heek des Deutschen Roten Kreuzes, die die ganze Nacht zur Stelle waren, um im Notfall zu helfen.

Aber: „Leider mussten wir feststellen, dass auch in unserer Gemeinde unsere Einsatzkräfte von Personen beschimpft werden und dessen vollständig ehrenamtliche Arbeit von einzelnen nicht wertgeschätzt wird“, ist seit dem Wochenende auf der Facebook-Seite des DRK-Ortsvereins zu lesen. Was war passiert?

So etwas noch nicht erlebt

Ein Anruf bei Lukas Gärtner bringt Aufklärung. Der Heeker war einer der DRK-Helfer, die von 18 bis 4 Uhr ehrenamtlich Dienst geschoben haben, während andere feierten. Er hatte auch den Facebook-Post ins Internet gestellt. Denn: Als Ehrenamtlicher angepöbelt zu werden, das hatte er noch nicht erlebt, erzählt der Heeker, der auch hauptberuflich hilft: als Auszubildender zum Notfallsanitäter.

Wie er erzählt, waren die DRK-Helfer in der Moonlight-Musiknacht gerade mit einem Hilfesuchenden beschäftigt, als ein Besucher hinzukam. „Wir sollten ihm ein Taxi rufen. Er wollte nach Hause“, so Lukas Gärtner. Die DRK-Aktiven sagten ihm, er solle sich mit seinem Wunsch an die Securitiy-Leute wenden, vielleicht könnten die helfen. Doch der Gast ließ nicht locker. „Wir haben ihn darauf hingewiesen, dass wir beschäftigt sind und einen Notfall haben“, erinnert sich Lukas Gärtner.

Ehrenamtliche DRK-Helfer wüst beleidigt

Was den deutlich angetrunkenen Gast dazu verleitete, laut schimpfend das Zelt zu verlassen: „Das Rote Kreuz ist zu nichts zu gebrauchen“, war noch eine der zitierfähigen Beleidigungen. „Wir haben geschmunzelt“, sagt Lukas Gärtner im Rückblick. Der Wunsch von heimkehrwilligen Betrunkenen, ein Taxi zu rufen, komme schließlich auch nicht alle Tage vor. Nur die anschließende Pöbelei, die ärgere die DRK-Helfer nun doch auch in der Rückschau.

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Acht Leute des DRK-Orstvereins waren in der Nacht vor Ort für den Sanitätsdienst, zusammen mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nienborg sorgten sie für die sicherheitstechnische Seite des Musikfestivals. „Bis auf vier Hilfeleistungen, die alle von uns behandelt werden konnten, ist es eine ruhige Veranstaltung unsererseits gewesen“, bilanziert Lukas Gärtner auf Facebook.

Kleinere Blessuren wie eine Schürfwunde oder auch zu viel Alkoholgenuss sorgten für Arbeit bei den ehrenamtlichen Sanitätern. Eine Unfallhilfsstelle, zwei Erstversorgungs-Teams und der Notfall-Krankentransportwagen standen bereit.

Dass der gelungene Einsatz nun von einer Pöbelei überschattet wird, lässt die DRK-Aktiven aber nicht am Ehrenamt zweifeln. Auch wenn sie vielleicht für die Zukunft schon mal öfter damit rechnen müssten, wie Lukas Gärtner aus den Erfahrungen seiner hauptberuflichen Arbeit ableiten kann: „Die Leute überreagieren heute schon mal schneller. Da wird man schon mal angeschrien.“

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