Doris Hartmann (59) trotzt mit ihrem Café wieder der Coronakrise

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Doris Hartmann (59) darf ihr Café am Kirchplatz am gewohnten Ort wegen Corona seit Monaten nicht mehr öffnen. Doch aufgeben war nie eine Option. Jetzt wurde eine Übergangslösung gefunden.

Heek

, 23.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit voller Wucht hat auch Doris Hartmann, Betreiberin des Cafés am Kirchplatz, die Corona-Pandemie getroffen. Sorgen und Zukunftsängste plagten die 59-Jährige. Denn ihr Café kann und darf sie seit dem 10. März nicht mehr öffnen. Zumindest nicht am angestammten Ort. Die Situation war verzwickt. Doch im September konnte dann eine gute Übergangslösung realisiert werden.

„Mir war das Risiko einfach zu hoch. Das konnte und wollte ich einfach nicht eingehen“, blickt Doris Hartmann auf den 10. März zurück. Jenen Tag, an dem sie ihr Café am Kirchplatz zum letzten Mal betreten hatte. Dazu muss man wissen: Das Café ist in das Seniorenheim St. Ludgerus Heek integriert. Viele Gäste sind dementsprechend auch Bewohner des Seniorenheims.

Café ist ins Seniorenheim integriert

Doch wegen der Coronakrise war auf einmal alles anders. Seniorenheime wurden zum Schutz der Bewohner von der Außenwelt abgeschottet. Ein Rein und Raus war lange gar nicht möglich. Und auch jetzt nur unter strengen Hygieneauflagen. Unter solchen Bedingungen ein Café zu betreiben, war aussichtslos. „Es war keine leichte Zeit für mich. Ich liebe meine Arbeit, meine Gäste und die Bewohner. Auf einmal war alles weg“, blickt Doris Hartmann zurück.

Am eigentlichen Standort ist das "Café am Kirchplatz" in das Seniorenheim integriert. Das bringt in Zeiten der Corona-Pandemie natürlich Probleme mit sich.

Am eigentlichen Standort ist das "Café am Kirchplatz" in das Seniorenheim integriert. Das bringt in Zeiten der Corona-Pandemie natürlich Probleme mit sich. © Privat

Glücklicherweise, das betont die 59-Jährige, habe man ihr angeboten, im Seniorenheim an der Pforte zu arbeiten. Das hat auch aktuell noch Bestand. Doch ein Ersatz für ihre Backleidenschaft und den Kontakt mit den Gästen sei das natürlich nicht. „Über das Angebot war ich natürlich trotzdem sehr erfreut.“ Doch hinter den Kulissen wurde monatelang und fieberhaft an einer Lösung für das Café gearbeitet.

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Ende Mai gab es erste Gespräche

„Ende Mai habe ich schon mit Doris Hartmann telefoniert und wir haben zusammen überlegt, wie und wo es weitergehen kann mit dem Café“, berichtet Heidi Schiller von der Gemeindeverwaltung auf Anfrage der Redaktion. Über verschiedene Standorte sei dabei gesprochen worden. Letztlich fiel die Wahl dann auch in Rücksprache mit Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf den Eppingschen Hof. „Eine super Lösung. Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar“, so Doris Hartmann.

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Seit dem 13. September öffnet die 59-Jährige nun wieder jeden Sonntag von 14-18 Uhr die Türen ihres Cafés mit selbstgebackenen Kuchen und Torten im Eppingschen Hof. Das gesamte Sortiment gibt es natürlich auch zum Mitnehmen. „Auch auf Anfrage öffne ich für kleine Veranstaltungen gerne“, so Doris Hartmann.

Kleine Küche ist kein Problem

In der Summe ist dieser eine Tag natürlich deutlich weniger als die sonst üblichen Öffnungszeiten im Seniorenheim, aber Doris Hartmann ist einfach froh, dass sie wieder ihrer Leidenschaft nachgehen kann. „Es tut einfach gut, wieder das machen zu können, was mir so am Herzen liegt.“

Alle Kuchen und Torten werden von Doris Hartmann selbstgebacken.

Alle Kuchen und Torten werden von Doris Hartmann selbstgebacken. © Privat

Und da störe es auch gar nicht, dass die Küche im Eppingschen Hof, wo die Kuchen und Torten gestaltet werden, deutlich kleiner als im Seniorenheim ausfällt. „Damit arrangiert man sich. Das ist gar kein Problem.“ Übrigens hat sich Doris Hartmann die Backkunst selbst angeeignet, wie sie sagt. „Wenn man an etwas Spaß hat, dann macht man es auch gut.“

Sache ist ganz gut angelaufen

Insgesamt sei die Sache im Eppingschen Hof mit Innen- und Außenplätzen schon ganz gut angelaufen. „Es muss sich aber noch etwas weiter rumsprechen. Noch immer fahren Leute zum Seniorenheim.“ Dabei kann man das improvisierte Café im Eppingschen am Sonntagnachmittag praktisch nicht übersehen. Schilder weisen den Weg. Tische und Stühle im Außenbereich sagen den Rest.

Am Kommunalwahl-Wochenende war das "Café am Kirchplatz" im Eppingschen Hof gut besucht. Viele Fahrradfahrer machten Station, auch aus den Niederlanden.

Am Kommunalwahl-Wochenende war das Café am Kirchplatz im Eppingschen Hof gut besucht. Viele Fahrradfahrer machten Station, auch aus den Niederlanden. © Till Goerke

Und wie lange soll die Übergangslösung Bestand haben? „Das kann jetzt noch niemand sagen“, so Doris Hartmann. „Wer weiß schon, wie lange uns das Thema Corona noch beschäftigt.“ Es sei ohnehin mit dem notwendigen Hygienekonzept ein enormer Aufwand derzeit. Aber: „Hauptsache es geht etwas vorwärts.“

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