Die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg waren für den SV Heek turbulent

dzGeschichte SV Heek

In Teil zwei unserer Serie zum 100-jährigen Bestehen des SV Heek nehmen wir die abwechslungsreichen Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg unter die Lupe.

Heek

, 03.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SV Heek konnte im Laufe seiner 100-jährigen Geschichte bereits in vielen Bereichen Erfolge verbuchen. Es gab allerdings auch Zeiten mit Höhen und Tiefen, zum Beispiel in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945).

Auf der Generalversammlung vom 7. Dezember 1928 kam es zunächst zu einem Wechsel in der Vereinsführung. Heinrich Schwieters stellte sein Amt zur Verfügung und Anton Schaten wurde sein Nachfolger. Weitere Veränderungen im Vorstand folgten und man machte sich Sorgen über die schleppende Entwicklung des Vereins.

In den 20er-Jahren gab es eine bedenkliche Vereinsmeierei. 30 Vereine und Genossenschaften entwickelten im Dorf ein Eigenleben und das führte unaufhaltsam zu einer Zersplitterung. Das war auch für den SV Heek nicht einfach, doch die Verantwortlichen unter ihrem Vorsitzenden Anton Schaten machten trotz der widrigen Verhältnisse weiter und steckten besonders viel Energie in die Weiterentwicklung der Fußballabteilung. Sie konnten im Jahr 1928 eine deutliche Steigerung erreichen, aber für das große Ziel – das Erreichen der A-Klasse – reichte es damals noch nicht.

Eigenartige Lethargie bei den Turnern

Bei den Turnern stellte sich nach dem Gewinn des Wanderpokals und dem sehr guten Abschneiden beim Kreissportfest Rhein-Weser eine eigenartige Lethargie ein. Sie schienen sich auf ihren Lorbeeren ausruhen zu wollen und es wurden mehrere Turniere und Sportfeste abgesagt. Aufwärts ging es wieder in Richtung der Jahre 1929 bis 1930, doch das drohende Drama der Weltwirtschaftskrise machte auch vor Heek und seinen Vereinen nicht Halt. Stilllegungsphasen in der örtlichen Seidenindustrie schafften wirtschaftliche Notstände und die ursprünglich geplante Feier zum zehnjährigen Bestehen musste im kleinen Rahmen abgehalten werden.

Ein weiteres Problem ergab sich, weil die bis dahin genutzte Sportplatzanlage zurückgegeben werden musste. Nur durch die beachtlichen Privateinsätze der Vereinsverantwortlichen wurde eine Lösung gefunden. Der Bauunternehmer Adolf Münstermann stellte ein geeignetes Gelände – bekannt als Buriks Kamp – an der Windmühle zur Verfügung.

Die günstige Lage brachte wesentlich mehr Zuschauer und damit auch größere Einnahmen. Das erste Fußballspiel auf dem neuen Platz war das Meisterschaftsspiel SV Heek gegen VFL Ahaus am 30. November 1930. Die Einweihung des Geländes erfolgte Ostern 1931 und etwa 1000 Gäste konnten ein für damalige Verhältnisse tolles Programm genießen. Die Folgezeit war bis zum Zweiten Weltkrieg der Höhepunkt des SV Heek und machte große Hoffnungen auf eine gute Zukunft für den Verein. Vorteile hatte der SV Heek auch durch die vorübergehende Besserung der örtlichen Industrieverhältnisse, und die in den Vorjahren ausgefallenen Sportveranstaltungen wurden nachgeholt.

Viele Erfolge für die Leichtathleten

Die Leichtathleten formierten sich ebenfalls neu und brachten von den Jugendtreffen in Wüllen und Ahaus Erfolge mit in die Heimat. Eindeutiger Höhepunkt war die nachgeholte Zehn-Jahresfeier am 23. August 1931 bei der unter anderem der Aufstieg in die A-Klasse gebührend gefeiert wurde.

Dynamik und ein neuer Kampfgeist entwickeln sich

Beeindruckende Zahlen über viele ausgeübte Sportarten zeugten von zehn Jahren lebendigem Vereinsleben und es entwickelten sich eine Dynamik und ein Kampfgeist, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern neue Ziele ins Auge zu fassen und den Verein noch erfolgreicher zu machen. Mit Hans Schwarz wurde ein Trainer verpflichtet, der vorher beim Verein Hamborn 07 und später zu Arminia Bielefeld wechselte. Er gab den Fußballern das Rüstzeug mit, sich in der A-Klasse zu halten und mit einem Platz im guten Mittelmaß stellte sich auch der verdiente Erfolg ein. Politisch braute sich über Europa ein Gewitter zusammen, das in der ultimativen Katastrophe – dem Zweiten Weltkrieg – enden sollte.

Bereits im Vorfeld wurden die Sportler auf Befehl der Machthaber in militärischen Vorübungen und Geländesport trainiert. Vereinsauflösungen und Fusionen überschlugen sich und mit den Veränderungen in Industrie und Politik ging auch der SV Heek schweren Zeiten entgegen.

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