Corona sorgt in Heek für mehr wilden Müll in der Natur

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Als Müllkippe missbrauchte „Osterfeuer“, Picknick-Reste achtlos in der Natur zurückgelassen. Das ist nicht nur ein Fall für Heeks Nabu-Chef Herbert Moritz und Naturschutzwart Martin Rulle.

Heek

, 08.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heeks emsiger Naturschützer Herbert Moritz ist mal wieder fündig geworden und hat bei seinen Radtouren durch die Gemeinde Heek etliche aktuelle Missstände entdeckt: wilde Müllkippen in der zurzeit gerade aufblühenden Natur.

Mal wurde, wie am Weiling Esch in Ahle, Hausmüll auf den Sammelstellen für „Schlagabraum“ abgekippt, mal fand er an den verschiedensten Stellen „wilde“ Müllhaufen. Zum Beispiel am Radweg Richtung Schöppingen oder am kleinen Rastplatz auf der von der Bürgerstiftung gepachteten Wiese an der Kämpensiedlung.

Menschen suchen Entspannung in der Natur

Für Herbert Moritz handelt es sich dabei um zwei Problemfelder. Klassische Osterfeuer sind in diesem Jahr verboten, Schlagabraum, also Reste von Holzschnitt, darf aber nach wie vor verbrannt werden. Bislang wurden bei der Gemeinde 40 solcher Schlagabraum-Feuer angemeldet.

„Und diese Feuerstellen werden eben von einigen auch gerne als günstige Gelegenheit zur Müllentsorgung genutzt“, ärgert sich Herbert Moritz. Und in diesem Jahr komme wegen Corona noch das hinzu: „Offenbar nutzen die Menschen verstärkt das schöne Wetter für Ausflüge in die Natur und lassen dann so einiges einfach sorglos zurück.“

Inzwischen hat Moritz seine fotografischen Dokumente auch Heeks langjährigem Naturschutzbeauftragten Martin Rulle und Markus Janning von der Gemeinde zugestellt. Und beide pflichten Moritz mit seiner Kritik zu. Martin Rulle hat sich selbst ein Bild gemacht und hat kein Verständnis dafür, dass „Menschen nach einem Picknick einfach den ganzen Müll zurücklassen.“ Ganz schlimm findet er es grundsätzlich, wenn sie mitunter nicht nur Grünschnitt in die Landschaft schmeißen, sondern diesen auch noch in Plastiksäcken.

Bauhof-Mitarbeiter sind im Einsatz

Markus Janning vom Ordnungsamt der Gemeinde sieht das ähnlich und hat sofort veranlasst, dass Mitarbeiter des Bauhofs rausfahren und den Müll ordnungsgemäß entsorgen. Er gibt auch das zu bedenken: „Es handelt sich hier wirklich um Ausnahmen und nicht um die Regel.“ Allerdings habe er es, wenn er neben seiner Arbeit im Jobcenter vertretungsweise die Leitung im Ordnungsamt übernimmt, immer wieder mit illegaler Müllentsorgung zu tun: „Ob Bauschutt oder anderer Müll im Gestrüpp, das Thema begleitet mich schon.“

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Mit Blick auf die aktuellen Vorfälle sieht er es positiv, dass an manchen Stellen die vorhandenen Müllbehälter genutzt wurden, die aber offenbar nicht ausreichten und der Müll dann einfach daneben landete. „Das ist nicht so schön, besser ist es natürlich, in einem solchen Fall den Abfall mitzunehmen.“

Appell an die Heeker

Vor diesem Hintergrund und nur wenige Tage vor Ostern, ist es Herbert Moritz, Martin Rulle und Markus Janning ein gemeinsames Anliegen, an alle Heeker zu appellieren: Die klaren Regeln für das, was für ein Schlagabraum-Feuer zugelassen ist, zu beachten; bei einem Ausflug den Müll nicht einfach sorglos zurückzulassen. Und auch das: Mit Rücksicht auf die Tiere die Holzhaufen mehrfach umzusetzen.

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