Regelmäßiges Querlüften wird auch nach dem Lockdown in Heeks Schulen zur Tagesordnung gehören. Auch wenn sich die Schüler dafür im Winter dicker anziehen müssen. © DPA
Coronavirus

Begründete Ansage: Trotz Corona keine Lüfter in Heeks Schulen

Im Lockdown ist Homeschooling angesagt. Doch es wird auch eine Zeit nach dem Lernen auf Distanz geben. Und die wird in Heeks Schulen – Stand jetzt – ohne Lüfter stattfinden. Dafür gibt es Gründe.

Die meisten Klassenräume sind verwaist. Kein Geschrei, kein Getobe auf dem Flur oder Pausenhof. Im Lockdown herrscht Ruhe in den Schulen. Nur eine Notbetreuung wird angeboten. Homeschooling ist angesagt. Theoretisch ein guter Zeitpunkt, um Luftfilter in den Heeker Schulen für die Zeit nach dem Lernen auf Distanz zu installieren. Theoretisch.

Lange setzten die Schulen deutschlandweit im Kampf gegen das Coronavirus auf regelmäßiges Lüften in den Klassenräumen. Alle 20 Minuten die Fenster weit aufreißen, am besten ist die Technik des Querlüftens. Der Luftaustausch soll die Gefahr verringern, dass infizierte Schüler oder Lehrer die Viren weitertragen.

Verwaltung sieht das Thema kritisch

Mittlerweile steigen aber immer mehr Schulen auf Luftfilter beziehungsweise Luftreinigungsgeräte um. So investierte die Stadt Stadtlohn 112.000 Euro und stattete kürzlich alle Klassen der vier Grundschulen mit Virenfilter-Geräten aus. Auch die Nachbarkommune Legden setzt auf Luftfilter. Doch in Heek wird es das vorerst es nicht geben.

„Wir sehen das Thema kritisch“, stellte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in der jüngsten Ratssitzung klar. „Wir können nicht eindeutig erkennen, ob es tatsächlich Verbesserungen gibt.“ Zu dem Thema gebe es verschiedene Studien, die nicht alle zum selben Ergebnis kämen.

Querlüften die effektivste Methode

Übrigens können laut Verbraucherzentrale Luftreiniger zwar die Luftqualität verbessern, aber die Geräte seien kein Ersatz für regelmäßiges Lüften. Selbst bei niedrigen Temperaturen sei regelmäßiges Querlüften noch immer die effektivste Methode des Luftaustauschs.

Auch das Umweltbundesamt weist daraufhin, dass mobile Luftreinigungsgeräte zwar die Anzahl virushaltiger Partikel in Innenräumen senken können, doch ob diese Minderungen ausreichen, eine Infektionsgefahr hinreichend abzuwenden, sei (noch) nicht bewiesen.

Thema wird regelmäßig auf Kreisebene beraten

Doch wie kam das Thema überhaupt im Rat auf den Tisch? Eine zuvor bei der Verwaltung schriftlich eingereichte Frage brachte den Stein beim Tagesordnungspunkt „Einwohnerfragestunde“ ins Rollen. Konkret lautete die Frage, ob es nicht sinnvoller sei, die Heeker Schulen mit Lüftern auszustatten anstatt den Gewerbeverein mit 50.000 Euro oder mehr zu unterstützen.

Ganz davon abgesehen, dass die Sache mit der Unterstützung für den Gewerbeverein politisch noch gar nicht entschieden ist, steht die Sache mit den Lüftern nicht zur Debatte. „Wir raten vom blinden Aktionismus ab“, so der Bürgermeister. Davon ab sei das Thema regelmäßig in der Beratung auf Kreisebene.

Funktioniert das mit dem Lüften?

Aber funktioniert das mit dem Lüften in den Heeker Schulen überhaupt? Telefonische Nachfrage beim Bürgermeister. „Wir haben die Räumlichkeiten in den Schulen ausführlich geprüft. Wir haben keine Probleme. Es kann überall gelüftet werden.“

Davon ab werde die Verwaltung mit dem Thema immer mal wieder konfrontiert. Regelmäßig gingen im Rathaus digitale Angebote in Sachen Lüfter ein. „Das Thema ist für uns ist also nicht neu, aber ich sehe da akut keinen Bedarf“, macht Franz-Josef Weilinghoff nochmals deutlich.

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