Auf die Plätze, fertig Leben retten

Heek/Kreis "Es tut so weh", jammert Anke Dördelmann und zeigt auf ihren Oberschenkel: Blut sickert durch die Jeans - das gleiche Blut, das auch an dem Fahrrad neben ihr klebt. Die DRK-Kräfte sehen die böse Wunde - aber kümmern sich erst einmal um den Kopf der angefahrenen Fußgängerin. "Völlig falsch", schimpft Anke. "Genau richtig", lächelt der Schiedrichter.

30.03.2008, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf die Plätze, fertig Leben retten

Das Blut ist nur rote Farbe. Das Lob, in das auch Björn Theyssen, Sprecher des DRK-Kreisverbandes einstimmt, dagegen echt: "Bei einem solchen Zusammenstoß muss die Sanitätsgruppe davon ausgehen, dass die Verletzten ein Schädel-Hirn-Trauma haben", erläutert der Mann in der blauen Uniform. Das sei im schlimmsten Fall lebensgefährlich - anders als die blutende Fleischwunde.

90 Einsatzkräfte aus Ahaus, Stadtlohn, Raesfeld, Isselburg und Gelsenkirchen zeigen gestern beim Kreisleistungswettkampf auf dem Gelände der Kreuz-Hauptschule nicht nur den Juroren ihr Können, sondern auch zahlreichen Schaulustigen. Verletzte versorgen, bis der Notarzt eintrifft - dass das eine Aufgabe der Lebensretter ist, wissen die meisten. Aber Aluminiumstangen schleppen? Theyssen schmunzelt und blickt auf die andere Seite des Schulhofes: Mädchen mit Helmen auf dem Kopf mühen sich, die Rohre miteinander zu verbinden. "Bei drei hoch", kommandiert Kira (16), doch das Gestell bewegt sich nicht. Die jungen Raesfelderinnen starten außer Konkurrenz: "Das mit dem Zelt müssen wir noch üben", stellen sie schwer atmend fest. Über 20 Minuten, um die 30 Quadratmeter große Unterkunft für Verletzte und Angehörige aufzubauen - "das ist zu lange. Andere schaffen das in acht Minuten."

Julian Schlichtmann ist dennoch begeistert. Der junge Heeker ist mit 14 Monaten einer der jüngsten Zuschauer des Wettbewerbs. Papa Heinz hat ihm zuvor im Schulgebäude gezeigt, dass man nicht nur Technik und Erste Hilfe beherrschen muss, um Leben retten zu können. Es genügt, den Ärmel hochzukrempeln - für eine Blutspende.

Um den DRK-Kreistitel zu gewinnen, genügt das allerdings nicht. Nach den ersten Disziplinen gilt es, eine Ausgabestelle etwa für Evakuierte zu organisieren, eine Theorie- und eine Spaßaufgabe ("Schichtet reihum so viele Streichhölzer auf einen Flaschenhals, wie ihr könnt") zu bestehen. sy-

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