Zuschauer und Musiker bekamen ein besonderes Lob beim Konzert im Römermuseum

Konzert

Beim Konzert im Römermuseum am Mittwochabend gab es diesmal nicht nur viel Lob für die beiden Musiker Ammiel Bushakevitz und Stefan Astakhov. Auch für das Publikum gab es lobende Worte.

von Heidemarie Siegel

Haltern

, 20.02.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stefan Astakhov (l.) und Ammiel Bushakevitz gaben ein Konzert im Römermuseum.

Stefan Astakhov (l.) und Ammiel Bushakevitz gaben ein Konzert im Römermuseum. © Jürgen Patzke

Diesmal erhielt das Publikum beim Konzert im Römermuseum am Mittwochabend besonderes Lob - wegen seiner Begeisterung und Freundlichkeit von den Künstlern und wegen seiner Treue von Susanne Schulte. In ihrer Funktion als Geschäftsführerin der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit aus Münster, die neben der Kulturstiftung Masthoff und dem LWL-Römermuseum eine der drei Ausrichter dieser Konzertreihe ist, sprach sie die Begrüßungsworte.

Das für eine gelungene Präsentation von Gesang und Klavier erforderliche Zusammenwirken verglich sie mit dem ähnlich spannenden Prozess des Auffindens eines passenden Ehepartners.

Technische Vertracktheiten und gefühlvoller Ausdruck

Dass es sich deshalb bei der üblichen Bezeichnung „Liedbegleitung“ um eine eher einseitige Sichtweise handelt, vielmehr gleichrangige Künstler auf Augen - oder besser Ohrenhöhe - miteinander agieren, bewies der in Israel geborene, in Südafrika aufgewachsene Pianist Ammiel Bushakevitz solistisch mit der Ballade Nr. 1 op.23 von Frédéric Chopin (1810-1849) mit ihren technischen Vertracktheiten ebenso wie mit dem Impromptu Ges-Dur, D. 899 Nr. 3 von Franz Schubert (1797-1828), das er mit gefühlvollem Ausdruck und mit fein abgestimmter Dynamik und Tempogebung interpretierte.

Vielfach ausgezeichneter Sänger

Und mit Schubert begann auch das abwechslungsreiche Programm, das der junge, vielfach ausgezeichnete Bariton Stefan Astakhov zu Gehör brachte. „An die Musik“ und „Der Flug der Zeit“ boten für beide Duopartner eine Fülle von Möglichkeiten, sowohl die kaum zu übertreffende (Lied)kompositionskunst Schuberts als auch ihre eigenen, jeweils herausragenden Fähigkeiten zu präsentieren – Bushakevitz mit dem gefühlvoll sensiblen Klavierpart und Astakhov mit seinem Gesang.

Dabei fiel schon hier die außergewöhnlich gute Textverständlichkeit auf wie auch sein gewaltiger Stimmumfang, der fein-modulierte Umgang mit dieser Fülle und die auf den je eigenen Liedcharakter abgestimmte Mimik und Gestik. So hatte man bei dem „Elfenlied“ von Hugo Wolf (1860-1903) ganz plastisch vor Augen, was dieser kleine Wicht des Nachts so alles trieb.

Russische Kompositionen

Hernach wandte sich Stefan Astakhov Liedern von russischen Komponisten wie Cui, Scheremetjew, Tschaikowski und Glinka zu, die teils an volkstümliche Melodien erinnerten, teils sehr dramatisch und fast aggressiv ihn alle Facetten seiner vielschichtigen stimmlichen Möglichkeiten ausloten ließen.

Die einem Klaviersolo folgende sehr bekannte Operettenpartie: „Dunklerote Rosen“ von Karl Millöcker wurde dann ebenso bejubelt wie die Arie „Amor vida de mi vida“ des spanischen Komponisten Federico M. Torroba.

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