Durch Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln ändert sich das Einkaufsverhalten. © Pia Stenner
Besucherfrequenz

Zählung der IHK: Corona führt zu verändertem Einkaufsverhalten in Haltern

Alle zwei Jahre misst die IHK, wie viele Passanten sich in den Innenstädten aufhalten. 2020 wurde - trotz Corona - wieder gezählt. Mit teils überraschendem Ergebnis- auch in Haltern.

Die IHK Nord Westfalen untersucht regelmäßig und flächendeckend die Passantenfrequenzen in den Mittelzentren des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region.

Im September dieses Jahres wurde auch die Besucherzahl in der Halterner Innenstadt gemessen, an zwei Tagen Mitte/Ende September, wie IHK-Sprecher Christian Paasche erklärt.

Standardisiert an zwei Tagen gezählt

Donnerstag und Samstag sind seit jeher die bevorzugten Zähltage, die Standorte der „Zähler“ befanden sich an der Rekumer Straße 11 und an der Merschstraße 2. „Im September hat es eine Phase der Corona-Entspannung gegeben“, so Paasche, zu dem Zeitpunkt sei ein positiver Trend in den Innenstädten im Vergleich zu den Vormonaten erkennbar gewesen.

1160 Besucher wurden an einem Samstag auf der Rekumer Straße damals gezählt, im Vergleich zu 2018 (1.254) sind es 94 weniger. Sie liegt damit auf Platz 3 der beliebtesten Einkaufsstraßen im Kreis und ist eine der wenigen Straßen, deren Frequenz im Vergleich nicht sank, sondern mehr oder weniger gleich blieb. Die Merschstraße kam auf 735 Besucher im Zählzeitraum, nur 12 weniger als 2018.

Das ist immer noch gut im Vergleich zu Dorsten: Dort ging an einer Einkaufsstraße die Passanten-Frequenz gegenüber 2018 fast um die Hälfte zurück. Der Samstag ist für viele Einzelhändler der wichtigste Tag der Woche.

Gemessen wurde auch an einem Donnerstag, der tendenziell schwächer ist als der Samstag. Doch da zeigte sich in Haltern eine positive Tendenz: 717 Passanten wurden auf der Rekumer Straße innerhalb einer Stunde gezählt, das sind 123 mehr als 2018. Die Zahl der Passanten auf der Merschstraße war sogar exakt gleich. Haltern ist da kein Einzelfall. Auch in Dorsten stiegen die Zahlen an einem Donnerstag.

„Das hat mit dem veränderten Einkaufsverhalten in Zeiten von Corona zu tun“, sagt Christian Paasche von der IHK Nord Westfalen. „Viele Menschen meiden frequentierte Lagen oder nutzen das Homeoffice, um zwischendurch einen Einkauf zu erledigen, den sie vom Büro aus nicht machen könnten.“ Und dann müssen sie am Samstag nicht mehr vor die Tür deswegen.

Die Zahlen sind Momentaufnahmen, die durch das Wetter, lokale Anlässe oder Besonderheiten beeinflusst werden. Doch grundsätzlich ist die Halterner Innenstadt mit ihren vielen inhabergeführten Geschäftslokalen ein Besuchermagnet im gesamten Kreisgebiet. Im vergangenen Jahr hatte der Gutachterausschuss des Kreises bereits eine Zählung durchgeführt, um anhand der Daten die Ladenmieten gegebenenfalls anzupassen.

Dass der Lockdown light mit der Schließung der Gastronomie Auswirkungen auch auf den Handel in Innenstädten hat, zeigt eine aktuelle Erhebung der IHK Nord Westfalen. Sie hat in ihren Bereichen Emscher-Lippe und Münsterland im Oktober sowie in den ersten beiden Novemberwochen eigene und externe Passantenfrequenz-Zählungen ausgewertet und diese mit den Vorjahreswerten verglichen. Dabei sank die Zahl der Innenstadtbesucher durch die Corona-Pandemie im Oktober bereits um rund 30 Prozent im Gegensatz zur Vorjahreszählung im Oktober 2019.

Dramatischer Besucherrückgang nochmals verschärft

Laut IHK habe sich der dramatische Besucherrückgang mit der Schließung von Hotels, Restaurants und Kultureinrichtungen nochmals verschärft: In den ersten beiden Novemberwochen hielten sich demnach nur noch etwa halb so viele Menschen in den Einkaufsstraßen auf wie ein Jahr zuvor.

Über die Autorin
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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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