Wulfener Großhändler lieferte die Wilke-Wurst in die Region - auch nach Haltern

dzListerien in Wurst

Der Wulfener Großhändler Hüsken hat Hotels und Großküchen mit Waren des Wurst-Produzenten Wilke beliefert – auch das Sixtus-Hospital. Wilke steht wegen keimbelasteter Wurst in der Kritik.

Haltern

, 15.10.2019, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang Oktober war bekannt geworden, dass der hessische Wurstwaren-Produzent Wilke mit Listerien verunreinigte Waren in Umlauf gebracht hat. Auch in Haltern wurden Betriebe mit Waren des Herstellers beliefert. Darauf hatte der Kreis Recklinghausen hingewiesen, ohne konkrete Namen zu nennen. Wie sich nun herausstellte, hat der Wulfener Lebensmittel-Großhändler Hüsken zahlreiche Kunden in der Region mit Wilke-Wurstwaren beliefert. Darunter auch das Café Sixtina des Halterner St.-Sixtus-Hospitals.

„Die Zentralküche der KKRN GmbH wurde zunächst mit Wilke-Wurst beliefert, doch sobald die Küche informiert war, hat sie die Leberwurst sowie auch den Aufschnitt aus den Theken der Cafeterien genommen“, berichtet Thomas Kordts, Küchenleiter der Krankenhaus-Zentralküche in Marl. „Es handelt sich um das Café Sixtina im St. Sixtus-Hospital Haltern am See und die Cafeteria im Gertrudis-Hospital in Herten-Westerholt.“

Wulfener Großhändler lieferte die Wilke-Wurst in die Region - auch nach Haltern

Auch die Marler Zentralküche des KKRN wurde mit Wilke-Waren beliefert. © Bludau

Eine Gefahr für Patienten habe aber nicht bestanden: „Generell kamen keine Patienten des Klinikverbundes KKRN GmbH mit Wilke-Lebensmitteln in Kontakt, da diese Produkte nicht im Portfolio zur Patientenverpflegung enthalten waren. In den Cafeterien in Haltern und Marl seien zwei Produkte der Firma Wilke geführt worden, „welche am Morgen des 2. Oktober angeliefert worden sind, aber unverzüglich nach Information über den Rückruf gesperrt wurden. Diese Produkte kamen also nicht in den Verkauf“, so Küchenleiter Thomas Kordts.

Wilke-Wurstwaren wurden bundesweit gestoppt

Betroffen waren die Wurstwaren der Eigenmarke „Servisa“, die Hüsken als Teil des „Service-Bunds“ ausliefert. Der Service-Bund ist eine bundesweit tätige Gruppe inhabergeführter Großhändler, die im Verbund Gastronomen, Hotels und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung beliefert.

„Wir haben natürlich unverzüglich reagiert und alle informiert, die die Artikel bezogen haben“, sagt Geschäftsführer Thomas Hüsken. Am 2. Oktober, als der Skandal öffentlich wurde, hatte der Service-Bund die Auslieferung der Wilke-Waren vorsorglich bundesweit gestoppt und bereits ausgelieferte Produkte zurückgerufen. Inzwischen seien diese vollständig vernichtet, so Hüsken.

Unklar ist derzeit noch, ob weitere Einrichtungen in Haltern die Waren bezogen haben.

Wie die Stadt Haltern auf Anfrage mitteilte, wurden städtischen Einrichtungen - darunter auch die Kitas - nicht von der Wulfener Firma Hüsken beliefert. Im AWo-Kindergarten an der Lohausstraße ist man ebenfalls nicht Kunde des Großhändlers. Das Seniorenzentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) an der Kahrstege sowie die Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna in Haltern haben ebenfalls keine Wwaren von dem Wulfener Unternehmen bezogen.

Lieferungen an Hotels und Kantinen

Rund 1200 Kunden im Umkreis von 200 Kilometern beliefert Hüsken. Auch viele Dorstener Imbissbetriebe zählen zu den Kunden. Diese seien von den zurückgerufenen Produkten aber nicht betroffen. Nicht alle Hüsken-Kunden hätten Wilke-Waren bezogen, so Hüsken.

Denn es seien vor allem Aufschnittprodukte, die das Kennzeichen „DE EV 203 EG“ des Hessischen Skandal-Produzenten trugen. Geliefert worden seien diese vor allem in Hotels und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, etwa Betriebskantinen und Mensen.

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