Wolfsgebiet-Warnschilder in Haltern: Pure Panikmache

Meinung

Rätselhafte Warnschilder vor dem Wolf tauchten jüngst in Haltern auf. Wer sie anbrachte, ist unklar. Die Absicht hinter der Aktion allerdings lässt kaum Raum für Deutungen. Ein Kommentar.

Haltern

, 10.04.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch in Haltern tappte der Wolf schon in die Fotofalle.

Auch in Haltern tappte der Wolf schon in die Fotofalle. © Mark Besten

Kaum ein Tier treibt die Menschen so weit auseinander wie der Wolf. Die einen befürworten seine Rückkehr - nachdem er hier jahrhundertelang verfolgt wurde. Sie unterstützen, dass der Wolf nicht gefangen, verletzt oder gar getötet werden darf.

Die Gegner aber fürchten um ihre Tiere, die dem Raubtier zum Opfer fallen könnten. Im Wolfsgebiet Schermbeck war dies nicht zum ersten Mal der Fall. Unter anderem rissen Wölfe dort Schafe und ein Pony. Mit viel Aufwand und Geld versuchen u.a. Schafzüchter, ihre Herden zu sichern. Sie bauen hohe und elektrische Zäune um sie herum.

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Beide Seiten und ihre Argumente sind nachvollziehbar. Hier ist es wichtig, im Austausch zu bleiben, das Gespräch zu suchen, sich auseinander zu setzen. Nur so kann an für alle zumutbaren Lösungen zum Schutz vor dem Wolf und zum Schutz des Wolfes gearbeitet werden.

Mit der Aktion in der Bauerschaft Tannenberg dagegen verfolgten Unbekannte eher eine andere Absicht. Mit den Wolfs-Warnschildern sollte Panik verbreitet und Stimmung gemacht werden. In der Sache ist das keineswegs förderlich.

Das sehen wohl auch die Jäger so. Sie entfernen die Schilder. Denn im Wald ist keine Panik vor dem Wolf angebracht. Ganz im Gegenteil: Wer ihm tatsächlich begegnen sollte, bleibt besser stehen und läuft nicht weg. Auch die Jäger raten zum langsamem Rückzug. Vertreiben kann man ihn, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt. Warnschilder dagegen helfen keinem.

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