Windradschaden in Haltern: Gutachter findet Ursache

dzWindrad

Gutachter haben am Mittwoch den abgestürzten Windradflügel an der B58 bei Berg-Bossendorf unter die Lupe genommen: Die Schadensursache steht jetzt fest.

Haltern

, 14.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Erde am havarierten Windrad an der B58 liegen große Teile des abgestürzten Flügels. Erst aus der Nähe wird die Dimension eines solchen Flügels deutlich, der insgesamt 60 Meter lang ist. Ein Gutachter nahm am Mittwoch die Teile genau unter die Lupe. Er fand auch die Ursache, warum es zu dem Schaden am Windrad kam.

„Den Absturz hat letztlich ein Materialfehler verursacht“, sagt Jürgen Holzmüller von den „8.2 Gutachtern“, Spezialisten für erneuerbare Energien. Unter diesem Dach arbeiten seit 1995 sachverständige Ingenieure zusammen, die sich auf die Erstellung von Gutachten und technische Beratung rund um das Thema Windkraftanlagen sowohl auf hoher See als auch im Binnenland spezialisiert haben. Technische Prüfungen, Gutachten zum Weiterbetrieb, Fertigungsüberwachung, Herstelleraudits und Bauüberwachung gehören zu ihren Tätigkeitsfeldern.

Gutachter sind Spezialisten für erneuerbare Energien

Jürgen Holzmüller betreibt sein Sachverständigenbüro in Aurich in Ostfriesland. Am Mittwoch waren noch zwei seiner Kollegen, Daniel Tönnissen und Alexander Behrens, in Haltern vor Ort. „So ein Schaden ist nicht alltäglich. Auch uns interessiert, wie es dazu kam“, sagt Daniel Tönnissen.

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Bereits nach wenigen Stunden hatte Jürgen Holzmüller die Ursache für den Windradschaden gefunden, der bei der Herstellung passiert ist. Der Windradflügel besteht aus Schichten aus Balsaholz und Glasfaser, die miteinander verklebt sind.

„Der Hersteller war ein deutsches Unternehmen“, sagt Mitbetreiber Hubertus Koch, auf dessen Grund das Windrad steht. „Der Schaden ist bei der Fertigung entstanden. Und Jürgen Holzmüller betont: „Das ist ein Einzelfall, ein individueller Fehler, der bisher sonst noch nicht festgestellt wurde.“

Rotorlager wird ausgetauscht

Sein Gutachten geht jetzt an die Betreiber des Windrades, die damit die Schadensursache auch gegenüber Versicherungen nachweisen können. Wie man so einen Schaden, der schon vor dem Absturz des Flügels entstanden ist, von den Beschädigungen während der Bergung unterscheiden kann, dafür hat Jürgen Holzmüller eine Erklärung , die er mit einem Augenzwinkern formuliert: „Das ist Forensik hier“, sagt er schmunzelnd.

Am zweiten Windrad wird ein beschädigtes Rotorlager ausgetauscht.

Am zweiten Windrad wird ein beschädigtes Rotorlager ausgetauscht. © Jürgen Wolter

Der Spezialkran, der beim Abbau der defekten Teile am Windrad zum Einsatz kam, steht jetzt an der zweiten Anlage auf Kochs Feld, in wenigen hundert Metern Entfernung. Dort wird ein Rotorlager ausgetauscht, bei dem ebenfalls Schäden festgestellt worden waren. Dafür wird der Windradkopf komplett abgebaut. Diese Reparatur war schon geplant.

Ob der Kran danach noch einmal den Ort wechselt oder bis zur Montage des neuen Flügels am Standort bleibt, steht noch nicht fest. Hubertus Koch geht davon aus, das frühestens in zwei Monaten das beschädigte Windrad wieder ans Netz gehen kann.

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