„Wild kennt die Zeitumstellung nicht“: Wildwechsel als Gefahr im Herbst

Wildunfälle

Unter anderem sorgt die Zeitumstellung dafür, dass es abends immer früher dunkel wird. Gerade in den Abendstunden erhöht sich nun die Gefahr des Wildwechsels für Autofahrer.

Haltern

von Lukas Runde

, 01.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Reh-Silhouetten wie an der Sythener Straße sollen Autofahrer warnen.

Reh-Silhouetten wie an der Sythener Straße sollen Autofahrer warnen. © Papproth

Mit dem Wort Wildwechsel werden Wege beschrieben, die von Wildtieren regelmäßig genutzt werden. Dazu zählt auch das Überwechseln des Wildes über einen Verkehrsweg, was für Verkehrsteilnehmer gefährlich werden kann.

Auch die Polizei wird vermehrt zu Wildunfällen in Haltern gerufen. Laut der Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Recklinghausen, Ramona Hörst, handele es sich bei den Unfällen vermehrt um Kollisionen mit Rehen, die in den Abendstunden die Straßenseite wechseln möchten.

Jetzt lesen

Häufige Einsatzorte seien unter anderem die Granatstraße sowie die Sythener Straße in Haltern am See.

Reh-Silhouetten am Straßenrand

Auch Reinhold Bergjürgen, Vorsitzender des Hegering Haltern, sieht vor allem die Phase kurz nach der Zeitumstellung als gefährlich an. „Das Wild kennt die Zeitumstellung nicht“, erklärt Bergjürgen. Das Wild kenne zwar Autoverkehr, benötige allerdings auch seine Zeit, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen.

Um Autofahrer auf die Gefahr des Wildwechsels hinzuweisen, wurden an den „Hot-Spots“ Reh-Silhouetten am Straßenrand aufgestellt. Diese seien unter anderem am Drügen Pütt und in der Haard platziert worden, um Autofahrer vor plötzlichem Wildwechsel zu warnen.

Wie man sich bei Wildwechsel richtig verhält, wissen die Experten der ARAG:

  • Fuß vom Gas – Geschwindigkeit anpassen! Empfehlung: max. 60 Stundenkilometer.
  • Aufmerksam Wald- und Straßenränder beobachten
  • Besondere Vorsicht in der Dämmerung, bei Nacht oder bei Nebel.
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen, die durch Waldgebiete führen. Das Wild behält seine gewohnten Wege bei; hier fehlen aber oft noch Warnhinweise.
  • Mit Nachzüglern rechnen! Ein Tier kommt selten allein.
  • Wenn Tiere im Scheinwerferkegel auftauchen: abblenden, abbremsen, hupen.
  • Wenn ein Zusammenprall unvermeidbar ist: Lenkrad festhalten. Geradeaus lenken, abbremsen. Vorsichtig sein beim Ausweichen.

Wenn Wild angefahren wurde: Warnblinker einschalten und Unfallstelle sichern. Totes Wild niemals mitnehmen, verletztes Wild nicht verfolgen. Bei verletzten Personen erste Hilfe leisten; gegebenenfalls Krankenwagen oder Notarzt rufen, die Polizei verständigen. Bei Kfz-Schäden eine Bescheinigung für die Teilkaskoversicherung von der Polizei oder dem Revierinhaber ausstellen lassen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt