„Wieder mal geschlossen“: Halterner ärgern sich über Öffnungszeiten im Aquarell-Freibad

dzFreizeitbad Aquarell

Immer wieder klagen Bürger über die Öffnungszeiten des Halterner Freibads Aquarell. Selbst bei schönem Wetter sei es oft nicht geöffnet, so die Kritik. Das sagt die Geschäftsführung dazu.

Haltern

, 23.07.2019, 05:02 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei sonnigem Freibad-Wetter ist nur unser Freibad geöffnet. Bei schlechtem Wetter ist nur das Hallenbad geöffnet. Bei sommerlich unbeständiger Wetterlage sind Hallenbad und Freibad geöffnet.“ So ist es auf der Webseite des Hallen- und Freibads Aquarell in Haltern zu lesen. Und immer wieder sorgen die Öffnungszeiten der städtischen Einrichtung für Diskussionen. Halterner Bürger beschweren sich regelmäßig über geschlossene Freibad-Pforten an warmen Tagen. Zuletzt erreichte die Halterner Zeitung ein Leserbrief, in dem Annelie Schrief kritisierte: „Am 6. Juli hatten wir in Haltern einen super Sonnentag. Leider musste ich feststellen, dass unser Freibad Aquarell wieder einmal geschlossen hatte. Man sollte unser schönes Freibad Aquarell in ein Glückaufbad umbenennen. Wenn man Glück hat, ist es auf.“

„Freibad ist ein wichtiger Bestandteil des Freizeitangebots in Haltern“

Dr. Bernhard Klocke, Geschäftsführer der Stadtwerke, die das Aquarell betreiben, wird indes nicht müde, die Sache mit den Öffnungszeiten zu erklären. Auch gegenüber zahlreichen Bürgern habe er dies immer wieder erläutert, sagt Klocke.

Als Tochtergesellschaft der Stadt Haltern am See seien die Stadtwerke grundsätzlich mitverantwortlich für die Daseins-Vorsorge, die auch die Vorhaltung eines öffentlichen Bades betreffe. Während in vielen Städten Bäder geschlossen werden, wollten Stadtwerke und die Stadt alles tun, um für die Halterner selbst und für Besucher von außerhalb attraktiv zu bleiben. Klocke: „Dazu gehört insbesondere das Freibad als wichtiger Bestandteil des Freizeitangebots der Stadt.“

Freibad ist ein Verlustträger

Die Geschäftsführung habe aber auch die Aufgabe, der Stadt zu helfen, die Verpflichtungen aus dem Stärkungspakt zu erfüllen. Das könne nur gelingen, wenn der Kostenstruktur der Stadtwerke größtmögliche Aufmerksamkeit gewidmet werde. Und hier kommt das Aquarell ins Spiel. Geschäftsführer Bernhard Klocke gibt unumwunden zu: „Für sich betrachtet ist das Aquarell ein deutlicher Verlustträger.“ Das gelte aber in allen Schwimmbädern „mit ruhendem Wasser“. Um Verluste zu minimieren, werde in Haltern in aller Regel nur eines der beiden Aquarell-Bäder - Hallenbad oder Freibad - geöffnet.

Öffnung richtet sich nach Wettervorhersage

Grundlage für diese Regelung ist jeweils die Wettervorhersage für den nächsten Tag, die allerdings mit dreitägigem Vorlauf beobachtet wird. „Aber nicht nur die Temperatur spielt eine Rolle“, betont Klocke. Auch die prozentuale Niederschlags- und Gewitterneigung und die Zahl der Sonnenstunden werde in die Überlegungen miteinbezogen. Am Mittag des Vortags werde entschieden, welches Bad geöffnet wird. Informationen dazu gebe es ab dann auch auf der Internetseite des Freizeitbads (www.freizeitbad-aquarell.de) oder unter der Telefonnummer (02364) 924027.

Im Gespräch mit der Halterner Zeitung blickt der Stadtwerke-Geschäftsführer auch auf den 6. Juli zurück, an dem das Freibad geschlossen blieb und die Verantwortlichen so den Ärger von Annelie Schrief auf sich zogen. „Am 6. Juli hatten wir eine Außentemperatur von 20 bis 23 Grad“, bilanziert Klocke. Da an jenem Tag aber auch Nixenkurse stattgefunden hätten, habe man entschieden, das Freibad nicht zu öffnen. „Die Kinder stehen dabei oft am Beckenrand - bei den Außentemperaturen war uns die Erkältungsgefahr einfach zu groß.“

Zu wenig Badegäste bei Temperaturen bis 23 Grad

Bernhard Klocke verweist noch einmal auf die Kosten-Nutzen-Rechnung. So seien am vergangenen Mittwoch (17. Juli), der mit 20 bis 23 Grad so warm wie der 6. Juli gewesen sei, lediglich 59 Badegäste im Freibad gezählt worden. Und das sei bei derartigen Außentemperaturen sehr oft der Fall. Aufgrund der Unbeständigkeit des Wetters war am 17. Juli aber auch das Hallenbad geöffnet. Und das bevorzugten die Besucher ganz offensichtlich. Denn dort wurden mehr als 300 Badegäste registriert. „An solchen Tagen sind nur die im Freibad, die Bahnen ziehen wollen“, berichtet der Geschäftsführer.

Klocke hofft auf das Verständnis der Bürger. Für ein lohnendes Geschäft im Freibad seien ein paar hundert Besucher nötig, sagt er. „An richtig guten Tagen haben wir dort sogar 1000 Besucher.“ Von diesen Tagen gebe es aber höchstens zehn im Jahr. Einer dieser Tage wird bestimmt in dieser Woche liegen. Und auch geschlossen sein wird das Freibad angesichts der Wettervorhersagen für diese Woche wohl nicht.

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