Wintereinbruch

Wie gefährlich ist der Schnee für die Tiere in Halterns Wäldern?

Der Schnee stellt Wald und Wild vor Herausforderungen. „Tiere brauchen nun vor allem Rücksicht durch den Menschen“, sagt Reinhold Bergjürgen, Vorsitzender des Halterner Hegerings.
Für die Tiere im Wald beginnt nun die harte Zeit bei der täglichen Nahrungssuche. Im Schnee verbrauchen Rehe oft noch mehr Energie als sonst. © picture alliance / dpa

Zur Zeit entdecken wieder viele den Wald als Erholungsraum. Bewegungsbeschränkungen aufgrund von Corona führen dazu, dass die Freizeitaktivitäten vermehrt in Wald und Feld stattfinden. Aktuell ist zudem die schöne verschneite Landschaft verlockend für Spaziergänger.

Allerdings: Die meisten Wege in den Wäldern sind nicht geräumt. Zudem besteht bei den Nadelwaldbeständen Schneebruchgefahr. Darauf haben die Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) bereits in der vergangenen Woche hingewiesen. „Wer also im Wald unterwegs ist, sollte sehr aufmerksam und vorsichtig sein“, sagt RVR-Förster Harald Klingebiel.

Rücksicht nehmen

„Auf keinen Fall sollten Spaziergänger querfeldein wandern, da Wildtiere dadurch aufgeschreckt werden und bei ihrer Flucht unnötig Energiereserven verbrauchen, die im Winter überlebenswichtig sind.“

Auch Reinhold Bergjürgen, Vorsitzender des Hegerings Haltern, appelliert an die Menschen, auf das Ruhebedürfnis des Wildes Rücksicht zu nehmen. Denn: Viele Wildtiere wie zum Beispiel Rehe oder Hasen sind während der Wintermonate einer doppelten Belastung ausgesetzt. Ihnen steht generell weniger Nahrung zur Verfügung, außerdem ist diese von schlechterer Qualität. „Auf der anderen Seite müssen sie mehr Energie für die Suche nach Futter und für die Wärmeregulation aufbringen“, so Bergjürgen.

Die meisten Tiere würden sich im Herbst Fettreserven zulegen und das kurze Sommerfell gegen einen dichten, warmen Winterpelz tauschen. „Sie fahren zudem ihre Stoffwechselaktivität zurück, bewegen sich so wenig wie irgend möglich, um ihre Energiereserven zu schonen.“

Ruhe ist wichtig

Dieses „Energiesparprogramm“ ließe sich jedoch nur aufrechterhalten, wenn die Tiere ungestört in den „Einständen“, ihren Wohnzimmern, bleiben können und bei der Nahrungsaufnahme – oder, wie der Jäger sagt, „beim Äsen“ – nicht ständig aufgeschreckt und beunruhigt werden. „Jegliche Störungen in der Winterruhe sollten grundsätzlich vermieden werden.“ Hat das Wild Ruhe, könne es auch lange davon zehren.

Auch Hundehalter sollten mit ihren Vierbeinern die Wege nicht verlassen. Wenn der Hund nicht hört, kann er zur Gefahr für die Wildtiere werden. „Es würde die Wildtiere unnötige Energie kosten, wenn sie durch einen frei laufenden Hund aufgeschreckt würden und flüchten müssten. Daher ist auch hier Rücksichtnahme wünschenswert.“ Gefährlich wird es für die Tiere, wenn sie hochschrecken. Jede Flucht oder jedes aktive Verstecken greift die Energiereserven der Tiere noch zusätzlich an und steigert den Nahrungsbedarf. „Durch den stellenweise hohen Schnee kann es dabei zudem schnell zu unerwarteten Verletzungen kommen.“

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