Wenn der Mann das Haus verlassen muss

HALTERN Mehr als 20 000 Mal wurde die Polizei im letzten Jahr in NRW zu Hilfe gerufen. Der Anlass: häusliche Gewalt in der Familie. „Und die“, so die Erfahrung der Gleichstellungsbeauftragten, Franziska Steverding-Waterkamp, „gibt es auch in Haltern.“

von Von Heike Riemann

, 16.07.2008, 12:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Franziska Steverding-Waterkamp bemerkt auch in Haltern eine Zunahme der häuslichen Gewalt.

Franziska Steverding-Waterkamp bemerkt auch in Haltern eine Zunahme der häuslichen Gewalt.

Nach außen scheint in den Familien zumeist alles in bester Ordnung: „Blaue Flecke werden versteckt.“ Zwar sind Arbeitslosigkeit und der damit verbundene Geldmangel ein Stressthema für Familien, doch Gewalt in den eigenen vier Wänden, so Franziska Steverding-Waterkamp, lasse sich nicht am Einkommen fest machen. In den akuten Notfällen war Franziska Steverding-Waterkamp für die Frauen die erste Ansprechpartnerin, organisierte Kontakte zu Frauenberatungsstellen und Aufenthalte im Frauenhaus: „Oft sind ja auch Kinder mit zu betreuen, so dass man eine Einrichtung finden muss, die Platz hat und darauf eingestellt ist.“

Häusliche Gewalt, so zeigen die Statistiken, ist keine einmalige Angelegenheit. Steverding-Waterkamp: „Es gibt immer ein lange Vorgeschichte.“ Auslöser für eine Trennung vom Mann, so vermutet die Gleichstellungsbeauftragte, ist oftmals eine Ausweitung der Gewalt auf die Kinder. Doch ist der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung geschafft, gehen die Probleme meist erst los. Wer zahlt den Aufenthalt im Frauenhaus, wie geht es weiter? Franziska Steverding-Waterkamp rät allen Frauen, sich beraten zu lassen und sich über ihre Rechte zu informieren.

 

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