Die Ladenlokale an oberen Rekumer Straße, die baulich in einem schlechten Zustand sind, werden in den Bebauungsplan aufgenommen, um - so die Stadt - deren Entwicklungsperspektive zu berücksichtigen. © Ilka Bärwald
Bebauung Rekumer Straße

Wegen Verkaufsabsichten: Haltern legt Bebauungsplan auf Stadtquartier

Bevor an der oberen Rekumer Straße durch einen geplanten Immobilienverkauf etwas entsteht, was dort nicht hingehört, zieht die Stadt die Bremse. Die Politik unterstützt sie dabei.

Die Bauverwaltung will für den Bereich zwischen Lavesumer Straße/Nordwall/Grabenstiege/Rekumer Straße einen Bebauungsplan aufstellen. Sie will verhindern, dass dort Veränderungen stattfinden, die der Innenstadt nicht gut tun. Hintergrund ist, dass Verkaufsabsichten für das ehemalige Hotel Sondermann und die ehemalige Kodi-Filiale bestehen sollen. Es sei nicht auszuschließen, dass durch isoliert betrachtete grundstücksbezogene Veränderungen Fehlentwicklungen entstehen, sagt die Verwaltung.

Ziel ist, Unerwünschtes durch den Bebauungsplan „Grabenstiege/Nordwall“ zu verhindern. Der Stadtentwicklungsausschuss unterstützt das, er beauftragte die Verwaltung einstimmig, eine Öffentlichkeits-Beteiligung vorzubereiten. „Mit Blick auf die Entwicklung der Innenstadt ist das richtig und gut“, sagte Markus Ernst (CDU) und Christian Kiski (FDP) begrüßte die damit geschaffene Rechtssicherheit.

Ulrike Doebler (Die Grünen) fragte nach einem Vorkaufsrecht der Stadt für die Immobilien. Die Stadt sei von den Plänen überrascht worden, sagte Baudezernent Siegfried Schweigmann, die Stadt habe deshalb dafür keine Mittel im Haushalt. Doch er gehe davon aus, dass durch eine Steuerung mithilfe des Bebauungsplanes die Stadt ihr Ziel erreichen könne.

Netto-Markt will trotz Genehmigung nicht erweitern

Dabei will die Stadt das ganze Quartier betrachten – inklusive Netto-Markt und den vorgelagerten Ladenlokalen an der Rekumer Straße. Netto hatte lange Erweiterungsabsichten und erhielt dafür auch von der Stadt die Baugenehmigung, aber eine Umsetzung erfolgte bislang nicht. Auf eine Anfrage der Halterner Zeitung teilte eine Sprecherin des Unternehmens jetzt mit, eine Erweiterung der Filiale an der Rekumerstraße 52 sei derzeit nicht geplant.

Weil sich hier an der oberen Rekumer Straße das Bild zukünftig verändern könnte, soll jetzt ein neuer Bebauungsplan mögliche Fehlentwicklungen abwehren. © Ilka Bärwald © Ilka Bärwald

Für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung dieses zentralen Quartiers ist nach Ansicht von Stadt und Politik die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich. Zentrale Ziele sind die Stärkung der Versorgungsfunktion des Zentrums, eine wertige Bebauung unter Beachtung der umliegenden öffentlichen Plätze und Straßen, eine attraktive Wegeführung sowie eine verkehrs-optimierte Kreuzung Lavesumer Straße/Nordwall.

Protest mit Unterschriftenaktion gegen Betonwüste

Eine große Diskussion um den Bereich zwischen Grabenstiege und Nordwall gab es 2011, als Edeka einen neuen Frischemarkt in dem Quartier bauen wollte. Die großteilige Bebauung passe nicht in die kleinteilige Struktur dieses Stadtbereichs, hieß es damals seitens der Gegner.

Es gab politischen Protest und Unterschriftenaktion, außerdem gründete sich eine „Interessengemeinschaft Bebauungsplan Grabenstiege“, die sich gegen eine „Betonwüste“ wehrte. Damals spielten die schönen Stadtgärten dort noch eine große Rolle, von denen heute einige bereits zugebaut, wenige nur noch bewirtschaftet werden. Aus den Plänen ist letztlich nichts geworden.

2013 sollte der Bebauungsplan Nordwall eingeleitet werden. Dieser sollte den gesamten Bereich zwischen Rekumer Straße, Nordwall, Zum Mühlengraben und Grabenstiege umfassen. Diese Überlegungen wurden letztlich nicht mehr weiterverfolgt und auf Eis gelegt.

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Elisabeth Schrief

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