Ihre Amtszeit verlängert sich: Heino Albrink und Astrid Stein sind das Königspaar der Schützengilde Haltern. © Manfred_Rimkus
Gemeinsamer Entschluss

Wegen Corona: Halterner Schützenfeste und ein Kaiserschießen abgesagt

Noch 133 Tage bis zum großen Gildeschützenfest? Der Countdown kann angehalten werden. Denn die Stadt hat mit allen Halterner Schützenvereinen eine Vereinbarung getroffen.

Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen rang den Schützenvereinen bereits im Mai 2020 ein Zugeständnis ab: Alle Schützenfeste in Haltern mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die große Hoffnung lag auf 2021. Doch die Schützen können ihre Uniformen im Schrank lassen. Auch 2021 wird es keine Schützenfeste in Haltern geben.

Darauf verständigten sich die acht Schützenvereine aus Haltern und den Ortsteilen. Schützenfeste standen auf den Terminkalendern der Halterner Gilde sowie der Schützenvereine Lippramsdorf, Lavesum, Hullern, Flaesheim und Haltern-West. In Sythen sollte das im vergangene Jahr abgesagte Kaiserschießen nachgeholt werden. Die nächsten Schützenfeste in Sythen und Alt-Hamm-Bossendorf sind erst in 2022.

Sechs Schützenfeste und ein Kaiserschießen werden abgeblasen. Der Halterner Fanfarenzug hat Pause.
Sechs Schützenfeste und ein Kaiserschießen werden abgeblasen. Der Halterner Fanfarenzug hat Pause. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Die Unabwägbarkeiten bezüglich der Entwicklung der Corona-Pandemie hat die Halterner Schützenvereine dazu gebracht, gemeinsam alle für 2021 geplanten Schützenfeste abzusagen. Bereits Ende letzten Jahres besprachen sich die Vereinsvorsitzenden und Vorstände, bevor nun Bürgermeister Andreas Stegemann anregte, eine gemeinsame Linie zu finden.

Den Schützenvereinen fehlt die Planungssicherheit

Dass die nun gefunden ist, begrüßt Andreas Stegemann: „Niemand weiß, wie es in den nächsten Monaten aussehen wird. Eines steht für mich jedoch jetzt schon fest: Es würde nicht möglich sein, in diesem Jahr unbeschwert feiern zu können. Deshalb ist die frühzeitige Absage richtig und konsequent.“

Die Schützenverein sehen die Notwendigkeit. „Wann und wie wir wieder ein Schützenfest durchführen könnten, kann zu diesem Zeitpunkt niemand sagen“, bedauern die Vorstände.

Die Schützen bedauern, dass sie wegen Corona wieder nicht aufmarschieren können.
Die Schützen bedauern, dass sie wegen Corona wieder nicht aufmarschieren können. © Horst Lehr © Horst Lehr

Es wäre jetzt die Zeit gewesen, um Verträge auszuhandeln und abzuschließen und die konkreten Vorbereitungen für ein Fest zu treffen. Genau das sei aber derzeit unmöglich, sagt Gildepräsident Frank Leopold. Den Vereinen fehle die Planungssicherheit. Dafür gebe es zu viele Unwägbarkeiten bezüglich der Entwicklung der Infektionszahlen, der notwendigen Auflagen und Impfungen. Frank Leopold sieht wie alle keine Möglichkeit, auf absehbare Zeit Großveranstaltungen durchzuführen.

„Das Wir-Gefühl in den Vereinen ist stark ausgeprägt“

Was bedeutet das für die Schützenvereine? „Auf Dauer muss das Feiern wieder möglich sein, um die Mitglieder zu halten und das Vereinsleben lebendig zu halten“, findet der Gildepräsident. In Gesprächen höre er immer wieder, dass die Mitglieder hungrig nach Spaß und Feiern sind. „Ich glaube, wenn wieder Fest möglich sind, werden alle 150 Prozent geben.“ Das Wir-Gefühl in den Schützenvereinen sei stark ausgeprägt. Frank Leopold ist felsenfest überzeugt, dass dieses Gefühl die Krise überdauert.

Schwierig wird es für die Festwirte und Musikkapellen. Diesbezüglich zeigten sich die Vertragspartner der Schützenvereine trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation sehr entgegenkommend und verständnisvoll.

Es gibt Hoffnung auf Zukunft: Die Halterner Schützengilde will in naher Zukunft bei einem Treffen aller Vereinsvorstände im Gildehaus die Terminplanungen für die Jahre 2022 und 2023 besprechen.

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Elisabeth Schrief

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