Was hat die Halterner Pfarrei St. Sixtus mit der Pilgereinkehrstätte vor?

dzAnnaberg

Der letzte Pächter des Annaberger Hofes hat es in der Abgeschiedenheit nicht lange ausgehalten und der angekündigte Nachfolger traute dem Braten nicht. Was wird aus dem Lokal?

Haltern

, 15.08.2019 / Lesedauer: 2 min

Im Super-Sommer 2018 liefen die Geschäfte des griechischen Pächters im Annaberger Hof prächtig an, doch schon bald strich Gastwirt Vaios Paldarakis die Segel. „Nur von Sommergästen können wir nicht überleben“, kommentierte er im April 2019 die Schließung von „Estia“. Gleichzeitig kündigte er einen Nachfolger an. Aber der, ebenfalls ein Grieche, kam erst gar nicht zum Annaberg. Seither stehen die Gaststätte und zwei Wohnungen leer.

Vergebliche Mühe

„Auf dem Annaberg wird es definitiv keine Gastronomie mehr geben“, sagt Karl-Heinz Gerritsen, Leiter der Zentralrendantur St. Sixtus Haltern, an. Er beruft sich dabei auf einen Beschluss des Kirchenvorstandes. Der hatte sich in der Vergangenheit immer wieder viel Mühe gegeben, die kircheneigene Traditions-Gaststätte zu beleben. Sogar mit der Pacht ist er den Gastronomen entgegengekommen.

Bevor Vaios Paldarakis die Pilgereinkehrstätte übernommen hatte, stand diese bereits ein Jahr lang leer. Denn die Pächter vor ihm sahen schon nach sechs Monaten für sich keine wirtschaftliche Perspektive. Der Kirchenvorstand diskutierte danach verschiedene Nutzungsvarianten. Unter anderem mit einer verkleinerten oder auch nur saisonalen Gastronomie sowie kircheneigener Nutzung. Schließlich fiel dann doch die Wahl auf die griechische Küche.

Planung für Umnutzung

Aufgrund der schlechten Erfahrungen tut sich der Kirchenvorstand St. Sixtus nun schwer, das Objekt erneut als gastronomischen Betrieb zu verpachten. Dazu sagt Karl-Heinz Gerritsen: „Es wird hinsichtlich einer langfristigen und nachhaltigen Nutzung über Alternativen nachgedacht.“ Derzeit erstelle ein Architekturbüro erste Planungen zur Umnutzung des Gesamtobjektes als Verwaltungsgebäude. Parallel dazu werde die Kostenermittlung vorgenommen. „Die abschließende Entscheidung zur etwaigen Umnutzung wird im 4. Quartal 2019 seitens der verantwortlichen Gremien getroffen werden“, kündigt Gerritsen an.

Im Jahr 1900 entstand erste Einkehrstätte

Modernes Haus für fünf Millionen Mark

An der Stelle der heutigen, 1995 eingeweihten modernen Einkehrstätte stand früher der Annaberger Hof. Seit 1900 sammelten dort die Pilger, oft nach langen Fußmärschen, neue Kräfte. Jahrzehnte führte Familie Bienhüls das Haus, das 1991 einem Brand zum Opfer fiel. Für das Bistum und die Pfarrei St. Sixtus stand ein Wiederaufbau damals außer Frage. Fünf Millionen DM wurden in das Haus investiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten sich jährlich noch 150.000 Pilger auf den Weg zur Wallfahrtskapelle auf dem Annaberg, heute sind es noch rund 90.000 Katholiken.
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