Wagenbauer haben Entscheidung gefällt: Die Party am 1. Mai im Westuferpark fällt aus

dz1. Mai in Haltern

Der 1. Mai ist für junge Leute in Haltern das Ereignis des Jahres. Wegen des Coronavirus haben nun einige Wagenbauer ihre Vorbereitungen eingestellt - auch aus Verantwortung.

Haltern

, 25.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer Kontakt zu jungen Leuten in Haltern hat, weiß, wie wichtig ihnen der 1. Mai am Stausee ist. Sogar Auslandsaufenthalte werden so gelegt, dass man zum Event des Jahres wieder zurück ist. In diesem Jahr aber macht ein unsichtbares Virus alle Pläne zunichte.

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus auch in unserer Stadt haben bereits zwei große Gruppe ihre Vorbereitungen für den 1. Mai in Haltern eingestellt. Diese Entscheidung wurde von den jungen Wagenbauern nicht erst mit dem ersten Erlass der Landesregierung NRW von Sonntag (15. März) getroffen.

Die Entscheidung wurde schon vor dem Landeserlass getroffen

„Wir haben das schon am Freitag davor beschlossen“, erklärte Jonas Turek in einem Gespräch mit der Redaktion. Der 24-Jährige bastelt schon seit mehreren Jahren an einem Fahrzeug mit Aufbauten, hinter dem sich mehr als 150 junge Leute versammeln. Gemeinsam wandern sie dann um den See und feiern anschließend mit weiteren Hunderten Maigängern im Westuferpark.

„Wir haben uns gedacht, wenn wir Nein sagen, gehen schon einmal viele nicht mehr hin“, sagt Jonas Turek und macht deutlich, dass junge Menschen in der aktuellen Krise entgegen anderer Nachrichten aus Haltern in den letzten Tagen auch Verantwortung für das Gemeinwesen zeigen.

Es sei darüber hinaus nicht damit zu rechnen, dass der Kampf gegen die Lungenkrankheit kurzfristig zu gewinnen sei. Die Gruppenmitglieder habe man per WhatsApp informiert und sei dabei auf Verständnis gestoßen. Geld, das pro Person für die Vorbereitungen überwiesen wurde, sei bereits zurückerstattet worden.

Hoffen auf den 1. Mai 2021

Ähnliches berichtet ein weiterer Wagenbauer aus Haltern, der nicht mit Namen genannt werden möchte. Auch der 22-Jährige steht mit einem harten Kern aus sieben Organisatoren für eine Gruppe von rund 150 jungen Halternern.

„Wir haben Leute dabei, die mit Risikogruppen wie behinderten oder alten Menschen arbeiten“, erklärt er. Da sei es schnell klar gewesen, dass der 1. Mai in diesem Jahr in Haltern nicht als Event stattfinden könne. Der 22-Jährige hat außerdem Kontakt zu einem weiteren Wagenbauerteam, das nach seinen Informationen ebenfalls seine Vorbereitungen eingestellt hat.

Stadt: „Solidarisch gegenüber der Gesellschaft“

Für Jonas Turek ist das übrigens bitter, denn er wollte seine Freunde diesmal mit einem besonderen technischen Detail am Wagen überraschen, das bereits fertiggestellt ist. „Das präsentieren wir dann im nächsten Jahr“, ist er zuversichtlich.

Die Stadt sieht die Entscheidung der Wagenbauer positiv. Dieses Beispiel der jungen Leute zeige, dass „sie solidarisch gegenüber der Gesellschaft und den gefährdeten alten sowie chronisch kranken Menschen sind.“

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