Über seine Verteidiger Thomas Schwieren (r.) und Matthias Rahmlow hat der Angeklagte am Dienstag ein Teilgeständnis abgelegt. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

„Waffen habe ich geschenkt bekommen“ – Halterner legt Teilgeständnis ab

Im Drogen- und Waffen-Prozess gegen einen Mann aus Haltern hat der Angeklagte am Dienstag (25.5.) ein Teilgeständnis abgelegt. Riskant bleibt der Prozess für den 44-Jährigen aber trotzdem.

Zwei Schlagringe, einen Teleskopschlagstock und ein gestohlener Revolver samt Munition: Als die Wohnung eines Elektro-Helfers aus Haltern im vergangenen Dezember nach Drogen durchsucht wurde, entdeckten die Fahnder auch gleich eine kleine Waffensammlung. Im Kleiderschrank lag sogar ein schon 2014 gestohlener Revolver. Doch damit will der 44-Jährige eigentlich gar nichts zu tun haben.

„Der wurde mir mal angeboten“, so der Angeklagte am Dienstag im Prozess am Essener Landgericht. „Ich wollte den aber gar nicht haben.“ Weil sein Bekannter aber nicht gewusst habe, wohin damit, sei er schließlich dageblieben. „Ich habe dafür nichts bezahlt und auch keine Drogen dafür abgegeben.“

Schlagring in der Schublade

Auch die anderen Waffen seien ihm entweder geschenkt oder in seiner Wohnung vergessen worden. Beim Fußballgucken zum Beispiel. Da seien sie offenbar liegen geblieben. „Ich bin absolut kein Waffenfreund.“

Er habe eigentlich gar nicht mehr gewusst, dass sie noch da seien. Und griffbereit hätten sie schon gar nicht herumgelegen. Nach Angaben seiner Verteidiger seien einige in einer Schublade deponiert gewesen, die man erst durch viel Möbelrücken öffnen konnte. „Da standen Stühle und ein Tisch davor.“ Die Polizei hätte alles zur Seite räumen müssen.

Dass er mit Drogen (Amphetamin, Ecstasy, Marihuana) gehandelt hat, hat der 44-Jährige dagegen zugegeben. „Das war so nebenbei.“ Von dem Gewinn hätte er zum Beispiel Lebensmittel gekauft. Sein eigener Amphetamin-Konsum sei absolut zu vernachlässigen gewesen.

Hochzeit wohl erst mal verschoben

Bis zu seiner Festnahme hatte der Halterner bei einer Handwerksfirma gejobbt. Eine Ausbildung hatte er zwar nicht, war als Helfer jedoch fest eingespannt. „Ich sollte eigentlich Fortbildungen machen, um weiterzukommen“, sagte er den Richtern. Auch die Hochzeit mit seiner Verlobten sei fest eingeplant gewesen. Seine Partnerin habe zwar mit ihm zusammengewohnt, mit den Drogen aber nichts zu tun gehabt. „Wenn ich etwas verkauft habe, war das nie zu Hause.“

Namen werden nicht genannt

Riskant bleibt der Prozess für den 44-Jährigen trotzdem. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Drogenhandels mit Waffen angeklagt. Mindeststrafe in der Regel: fünf Jahre Haft. Außerdem ist der Angeklagte mehrfach vorbestraft. Neben Drogendelikten ging es früher auch um illegale Downloads, Volksverhetzung und gefährliche Körperverletzung.

Wer seine Kunden und Lieferanten waren, will der Halterner vor Gericht nicht verraten. Das sei ihm zu gefährlich. „Da kann mich dann auch die Justiz nicht schützen.“

Wie die Richter den Waffenfund werten, bleibt abzuwarten. Der Prozess wird fortgesetzt. Mit einem Urteil ist im Juni zu rechnen.

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Gerichtsreporter

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