Vorsicht, Jakobskreuzkraut breitet sich aus

Schleichende Vergiftung möglich

Landwirte und Pferdezüchter sind nicht begeistert, wenn es auftaucht: Das Jakobskreuzkraut ist eine giftige Weidepflanze, die Pferden und anderen Weidetieren gefährlich werden kann. Seit einigen Jahren breitet es sich verstärkt aus.

HALTERN

, 08.08.2017, 15:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vorsicht, Jakobskreuzkraut breitet sich aus

Jakobskreuzkraut am Straßenrand: Die Pflanze breitet sich aus.

„Das kann mehrere Ursachen haben“, sagt Jens Ribbrock von der Biologischen Station Lembeck, die für den Kreis Recklinghausen zuständig ist. „Die Ausbreitung ist seit rund 10 bis 15 Jahren zu beobachten“.

Das Jakobskreuzkraut ist eine heimische Pflanze, die bislang meist vereinzelt vorkam. „Woran es liegt, dass die Bestände wachsen, ist nicht eindeutig bestimmbar“, erläutert Annette Schulte Bocholt, Botanikerin bei der Biologischen Station. Unter anderem könnten Veränderungen der Witterung wie warme Frühjahrswetterlagen der letzten Jahre die Ausbreitung begünstigt haben.

Population schwankt

„Das Kraut liebt warme und trockene Phasen. Allerdings gibt es solche Schwankungen der Population immer, sie sind bereits seit dem 15. Jahrhundert belegt. Außerdem steigt auch die Anzahl der natürlichen Feinde des Jakobskreuzkrautes an, wenn die Bestände wachsen.“ Dazu zählt vor allem der Karminbär, ein Falter, dessen schwarz-gelb-geringelte Raupen sich auf das Kraut spezialisiert haben.

„Landwirte und Pferdzüchter hatten das Problem früher im Blick“, so Jens Ribbrock. Auf Brachflächen oder Naturschutzflächen könne sich die Pflanze aber heute ebenfalls ausbreiten.

Bitterer Geschmack

Das bestätigt auch Kreislandwirt Georg Schulte-Althoff aus Flaesheim. „Auf extensiv genutzten Flächen kann es sich vermehren, bei uns wird es aber immer frühzeitig, am besten von Hand entfernt, sodass das Problem auf unseren Weiden nicht entsteht.“

Das Jakobskreuzkraut schädigt schon in kleinen Dosen die Leber dauerhaft, sodass eine schleichende Vergiftung über Jahre möglich ist. Bei Pferden, Schweinen, aber auch bei Rindern kann das Kraut zu ernsthaften Erkrankungen und schließlich zum Tod führen.

Bitterer Geschmack und Geruch

„Auf der Weide ist die Gefahr für die Tiere geringer als beim Heu“, sagt Jens Ribbrock. Meist meiden die Tiere das Kraut wegen seines bitteren Geschmacks und Geruchs. Aber auch im Heu behält es seine leberschädigende Wirkung, Geruch und Geschmack gehen aber dort verloren. Um es zu entfernen, helfe nur die manuelle Methode. „Man muss die Pflanze mit Stil und Wurzel ausreißen“, so Jens Ribbrock. 

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