Im September 1998 nahmen die Mitglieder des 1. Landsknecht Fanfarenkorps Haltern an der Steubenparade in New York teil. © Archiv 1. Landsknecht Fanfarenkorps Haltern
„Kulturecke“ + Exklusives Video

Von Haltern bis New York: Ein Blick ins Archiv der Halterner Fanfaren

Halterns Kulturszene ist vielfältig und lebendig. In der Rubrik „Kulturecke“ geben wir lokalen Künstlern, Bands und Musikvereinen eine Plattform. Heute: Das 1. Landsknecht Fanfarenkorps.

Wenn im Halterner Schützenfestzelt der 76er-Marsch ertönt, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt: Das 1. Landsknecht Fanfarenkorps Haltern am See ist aber auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ob auf Rosenmontagszügen in Köln und Düsseldorf, dem Oktoberfest in München oder beim weltgrößten Schützenfest in Hannover – die Halterner Fanfaren kommen rum. Sie waren sogar schon in New York. Wir blicken auf die Geschichte und zeigen exklusive Videoaufnahmen aus ihrem Archiv.

Was wäre ein Halterner Schützenfest ohne die Fanfaren? Sven Döbber (v.) ist der Vorsitzende und hat Cornelius Jany abgelöst.
Was wäre ein Halterner Schützenfest ohne die Fanfaren? Sven Döbber (v.) ist der Vorsitzende und hat Cornelius Jany abgelöst. © Archiv © Archiv

„In diesem Jahr hätten wir wieder zahlreiche Auftritte gehabt, aber Corona hat unsere Pläne leider über den Haufen geworfen“, sagt Sven Döbber, der Vorsitzende des 1. Landsknecht Fanfarenkorps Haltern. Ihren letzten offiziellen Auftritt hatten die Fanfaren an Karneval. Derzeit sind aufgrund der aktuellen Entwicklung auch die wöchentlichen Übungsabende wieder auf Eis gelegt worden. „Das ist schade, aber die Gesundheit geht natürlich vor.“

Gründung am 9. Dezember 1956

Seine Wurzeln hat das Fanfarenkorps in der 4. Kompanie der Schützengilde Haltern. Den entführten Schützenkönig Heinrich Arand brachten Kompaniemitglieder 1954 mit Fanfarenklängen und Trommeln zurück. Dabei entstand die Idee, ein Fanfarenkorps zu gründen. Am 9. Dezember 1956 wurde schließlich das 1. Landsknecht Fanfarenkorps Haltern in der damaligen Gaststätte Kleppel ins Leben gerufen.

HZ + Kulturecke Folge 1: Das 1. Landsknecht Fanfarenkorps Haltern am See from Lensing Media on Vimeo.

Als klassischer Fanfarenzug pflegen die Mitglieder die „reine“ Fanfarenmusik. „Wir spielen ausschließlich auf Naturtoninstrumenten ohne Ventile. Hier kommen Es-Fanfaren, Landsknecht- und Paradetrommeln zum Einsatz“, erklärt Sven Döbber.

Die Uniformen in den Stadtfarben Blau-Weiß mit dem Stadtwappen als Brustschild wurden bereits zwei Jahre nach der Gründung angeschafft und sind seither vier Mal erneuert worden. Kosten pro Uniform: rund 1000 Euro.

Teilnahme an der Steuben Parade

Im September 1998 marschierten die Musiker im Rahmen der 41. Steuben Parade durch die Fifth Avenue der amerikanischen Metropole New York. „Das war ein Highlight für alle Beteiligten. Noch heute wird oft davon gesprochen“, sagt Sven Döbber. Aktuell hat der Zug knapp 30 Aktive, 74 passive Mitglieder und 47 fördernde Mitglieder.

„Wir sind aktuell nur bedingt gut aufgestellt. Wir haben zwar einige junge Mitglieder dabei, aber für die 1. Stimme der Bläser und und für die Pauke bei den Trommlern haben wir durchaus noch Bedarf. Grundsätzlich freuen wir uns über jedes neue Mitglied – sowohl über Aktive als auch über Fördermitglieder“, so Sven Döbber, der den Vorsitz von Cornelius Jany übernommen hat. Jany war über 40 Jahre im Vorstand tätig und seit 1999 als Vorsitzender aktiv.

Geprobt wird, wenn es die Situation wieder zulässt, jeden Dienstag um 19:30 Uhr. Interessenten können einfach vorbeikommen. „Eine musikalische Vorbildung ist keine Voraussetzung. Das kann man alles bei uns lernen“, sagt Döbber. Weitere Infos und Kontakt unter: www.fanfaren-haltern.de.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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