Viele Halterner Landwirte waren im Schneerräumeinsatz wie hier in Lippramsdorf. © privat
Wintereinbruch

Viele Halterner Landwirte helfen beim Schneeräumen auf den Straßen

Bei so massiven Schneefällen wie in den letzten Tagen kommen die Fahrzeuge des Baubeteriebshofes mit dem Schneeräumen nicht nach. Vielerorts in Haltern haben deshalb auch Landwirte geholfen.

Die Räumfahrzeuge der Stadt und der Straßenmeistereien waren in den letzten Tagen im Dauereinsatz. Und trotzdem schafften sie es teilweise nicht, die Straßen kontinuierlich frei zu halten, als die massiven Schneefälle wie jetzt am Sonntag und Montag einsetzten. Da war die Hilfe von Landwirten durchaus willkommen, die mit ihren Schleppern zahlreich in Haltern im Einsatz sind und waren.

„Ich habe am Sonntag Bürgermeister Andreas Stegemann kontaktiert und gefragt, ob die Stadt unsere Hilfe braucht“, sagt Ludger Winkelkotte, der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Haltern. „Er schrieb am Sonntagmorgen zurück, dass der Baubetriebshof kaum nachkommt mit dem Räumen. Daraufhin habe ich einen Aufruf in unsere Landwirtegruppe in Haltern geschrieben.“

Landwirte halfen überall spontan

Viele Trecker verfügen als Frontlader über die Möglichkeit, Aufsätze vorne zu montieren. „Die Landwirte haben normalerweise keine richtigen Schneeräumpflüge. Aber auch mit Planierschiebern, wie wir sie häufiger in Betrieben verwenden, oder mit Schaufeln können Fahrspuren frei geräumt werden.“ Ludger Winkelkotte weist aber darauf hin, dass man damit vorsichtig zu Werke gehen muss. „Die Schaufel oder der Planierer ist hart montiert, er gibt nicht nach, wenn ein Hindernis im Weg ist, macht vor einem Gullideckel nicht halt. Deshalb muss man vor allem langsam fahren, um keine Schäden am Fahrzeug zu verursachen.“

Ein Blick aus dem Treckercockpit beim Wintereinsatz.
Ein Blick aus dem Treckercockpit beim Wintereinsatz. © privat © privat

Die Planieraufsätze oder Schaufeln schieben den Schnee allerdings nicht zu Seite weg, sondern nach vorn. „Er verteilt sich dann an beiden Seiten“, sagt Ludger Winkelkotte, der am Montag dabei war, seinen Hof freizuräumen, damit Lieferfahrzeuge wieder auf das Gelände fahren konnten.

Autos aus Schneewehen gezogen

Zuvor hatte er schon die Zufahrstraße geräumt. „Das freut natürlich auch die Nachbarn“, sagt er. Zweimal half er mit, Autos, die in einer Schneewehe festsaßen, wieder flott zu bekommen. „Dabei habe ich die Schneeverwehungen dann auch gleich beseitigt.“

Die Landwirte räumten viele Wege und Straßen frei.
Die Landwirte räumten viele Wege und Straßen frei. © privat © privat

Wie viele Landwirte insgesamt in Haltern im Schneeeinsatz waren, kann Ludger Winkelkotte nicht sagen. „Ich habe aber viele Fotos zugeschickt bekommen, aus allen Ortseilen, von Kollegen, die dort unterwegs waren“, sagt er.

Viel positive Resonanz

Auf große Resonanz stieß der Aufruf beispielsweise auch in Lippramsdorf. „Ich glaube, fast alle Landwirte, die das mitbekommen haben, haben mitgemacht“, sagt Conny Arentz vom dortigen Bauernladen. „Wir selbst waren insgesamt sechs Stunden im Einsatz und haben uns über die vielen positive Reaktionen gefreut. Viele Leute haben gewunken und sich bedankt. Landwirte stehen ja leider in den letzten Jahren oft in der Kritik, da tut es gut, auch mal so ein positives Feedback zu bekommen, denn wir haben das gern gemacht.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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