Viele Besucher beim ersten verkaufsoffenen Sonntag in Corona-Zeiten

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Abstands-Aufkleber, Zugangskontrollen - Stadt und Werbegemeinschaft hatten sich im Vorfeld des verkaufsoffenen Sonntags viele Gedanken gemacht. Trotz großen Andrangs blieb es entspannt.

Haltern

, 02.08.2020, 17:15 Uhr

Die Hitze der vergangenen Tage blieb am Sonntag aus, und so kamen bei angenehmen 22 Grad viele Menschen in die Halterner Innenstadt zum ersten verkaufsoffenen Sonntag nach dem Corona-Lockdown. Die Rekumer Straße war dicht gefüllt, auf dem Marktplatz saßen viele Menschen in Cafés, auch der Brunnen wurde als Sitzgelegenheit auserkoren. Auch ein kurzzeitig einsetzender Regen schien den Besuchern nicht viel auszumachen.

Familie Janßen aus Sythen genießt ein Eis am Marktplatz, bevor es zum Shoppen geht.

Familie Janßen aus Sythen genießt ein Eis am Marktplatz, bevor es zum Shoppen geht. © Ilka Bärwald

Marco und Nicole Janßen aus Sythen hatten sich mit Sohn Leon und einem Eis am Brunnen versammelt, bevor es in die Geschäfte ging. Es sei schön, wieder rauszukommen, sagte Nicole Janßen. Die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, sei für die Familie selbstverständlich, wie Vater Marco betonte. Nach dem Eis sollte es in die Buchhandlung gehen. „Leon liest so gerne“, sagte Nicole Janßen.

„Feuertaufe“ für weitere Sonntagsverkäufe

Halterns Geschäftsleute hatten sich im Vorfeld viele Gedanken über den Schutz der Kunden und Mitarbeiter gemacht, sollte doch der verkaufsoffene Sonntag eine Art „Feuertaufe“ für mögliche weitere Sonntagsverkäufe werden. Auch die Stadt hatte in der vergangenen Woche Abstands-Aufkleber auf dem Pflaster aufgebracht.

Bei van Buer wurde extra ein Mitarbeiter abgestellt, um eingehende Kunden zu zählen. Mittels Bildschirm konnte dann abgelesen werden, wieviele Kunden das Geschäft noch betreten dürfen.

Bei van Buer wurde extra ein Mitarbeiter abgestellt, um eingehende Kunden zu zählen. Mittels Bildschirm konnte dann abgelesen werden, wieviele Kunden das Geschäft noch betreten dürfen. © Ilka Bärwald

Im Modehaus van Buer sorgte ein eigens abgesandter Mitarbeiter im Eingang dafür, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhielten. Pro Kunde ein Klick - und auf einem Bildschirm am Eingang konnte jeder sehen, wie viele Menschen noch hineindürfen. „Die Leute sind sehr gesittet“, meinte Inhaber Günter van Buer, der am Sonntag selbst im Einsatz war. Er sei vorab zwiegespalten gewesen, diesen verkaufsoffenen Sonntag im August durchzuführen, besonders wegen der steigenden Infektionszahlen. „Ich denke aber, dass das jetzt ein guter Probelauf ist.“ Für weitere Sonntage könnte man so noch nachbessern, falls nötig.

Bei Mode Heckmann verteilte eine Mitarbeiterin eingeschweißte Etiketten am Eingang, um die Zahl der Kunden zu kontrollieren.

Bei Mode Heckmann verteilte eine Mitarbeiterin eingeschweißte Etiketten am Eingang, um die Zahl der Kunden zu kontrollieren. © Ilka Bärwald

Auch Peter Heckmann war zunächst skeptisch im Hinblick auf diesen verkaufsoffenen Sonntag. „Wir wollen ja nicht zu einem neuen Corona-Hotspot werden“, sagte der Modehaus-Inhaber. Man weise Kunden darauf hin, sich diszipliniert zu verhalten, sollten sie einmal keine Maske tragen. „Die meisten verhalten sich aber gut.“ Er lobte seine Mitarbeiterinnen, die im Gegensatz zu den Kunden den ganzen Tag mit Maske herumlaufen müssten. Das sei schon sehr anstrengend.

Peter Heckmann ließ in seinem Geschäft eingeschweißte Etiketten verteilen, um die Kundenzahl zu kontrollieren. Die Stadt sei gut frequentiert, wenn der Andrang auch verhaltener sei als im Vorjahr. Eine Bilanz könne er aber erst am Montag ziehen, so Heckmann.

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Erster verkaufsoffener Sonntag in Corona-Zeiten

Vor einem kleineren Modegeschäft auf der Rekumer Straße standen Annette Krebber und Dorothe Liesert mit Maske geduldig an, um in den Laden zu gelangen. Die beiden Frauen waren mit ihren Kindern aus Lüdinghausen und Lünen zum Shoppen nach Haltern gekommen. „Hier zu warten, ist für uns gar kein Problem“, erklärte Annette Krebber. Die Regeln seien richtig.

Annette Krebber (r.) aus Lüdinghausen stellte sich mit ihrer Freundin Dorothe Liesert aus Lünen geduldig vor einem Geschäft an, bis sie hinein durften.

Annette Krebber (r.) aus Lüdinghausen stellte sich mit ihrer Freundin Dorothe Liesert aus Lünen geduldig vor einem Geschäft an, bis sie hinein durften. © Ilka Bärwald

Aufmerksamkeit zog am Sonntag auch das Fahrzeug der Polizei auf sich, das an der Ecke Gantepoth/ Rekumer Straße stand. „Wir wollen natürlich Präsenz zeigen an diesem ersten verkaufsoffenen Sonntag seit Monaten“, erklärte Andreas Staab vom Bezirksdienst Haltern. Bis Ladenschluss um 18 Uhr wolle man vor Ort sein. Zu einer skurrilen Situation kam es dabei: Eine Frau steuerte auf den am Steuer sitzenden Polizisten zu, um ihn etwas zu fragen. Dabei kam sie ihm - unmaskiert - soweit entgegen, dass Staab direkt zurückweichen und um Abstand bitten musste.

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