Überraschende Ursache löste gefährlichen Brand in Haltern aus

dzBrand Johannesstraße

Bei einem Brand in Haltern standen ein Terrassendach und ein Gartenhaus in Flammen. Das angrenzende Wohnhaus blieb weitgehend verschont. Jetzt steht die überraschende Ursache fest.

Haltern

, 14.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war in der Nacht zum Donnerstag (4. Juni) gegen 2 Uhr, als Iris B. (Name wurde von der Redaktion geändert) plötzlich von einem seltsamen Geräusch geweckt wurde. „Irgendetwas klapperte im Raum nebenan. Ich hatte keine Ahnung, was es sein könnte.“ Iris B. stand auf und ging ins Wohnzimmer ihres Hauses an der Johannesstraße. Sie erkannte sofort die Gefahr, die hinter dem Fenster lauerte. Draußen auf der Terrasse schlugen die Flammen bereits in die Höhe, hatten Teile der Markise, die nun immer wieder gegen das Fenster knallten, abgetrennt.

Iris B. griff zum Telefon, doch Strom gab es zu diesem Zeitpunkt keinen mehr. Als die Halternerin mit ihrem Ehemann aus dem Haus stürmte, hörte sie die Wohnzimmerscheibe noch platzen. Ihr Sohn, der gleich nebenan wohnt, alarmierte die Feuerwehr.

Jetzt lesen

Wenige Tage nach dem Feuer ist klar, wodurch es ausgelöst wurde. Die Kriminalpolizei hatte den Unglücksort bereits am Freitag (5. Juni) inspiziert. Demnach sei es ein „technischer Defekt durch Mäuse“ gewesen, erläutert die Geschädigte. Unter dem Gartenhaus neben der Terrasse hatten Mäuse ein Nest gebaut. Die Nagetiere hatten an einer elektrischen Hauptleitung ganz in der Nähe der Hauswand geknabbert. „Das Kabel hat sich schließlich entzündet.“ Das Feuer griff schnell auf Terrassendach und Gartenhaus über. „Die anhaltende Trockenheit hat dies sicher noch beschleunigt“, meint die Halternerin. Die Terrasse samt Dach und Möbeln sowie das Gartenhaus fielen den Flammen komplett zum Opfer.

Wohnzimmer muss saniert werden

Ein Übergreifen auf das Wohnzimmer konnte die Feuerwehr vermeiden. Doch auch Tage nach dem Unglück ist der Brandgeruch noch deutlich in dem Raum wahrzunehmen. „Alles in diesem Zimmer muss von Grund auf saniert werden“, erklärt das Brandopfer. Ungewiss sei auch, ob die Wohnzimmermöbel weiter benutzt werden können.

Draußen räumen Mitarbeiter eines Sanierungsunternehmens die Brandreste fort. Große Teile der Hauswand sind noch schwarz vom Ruß. Das Flatterband der Kripo ist längst wieder entfernt und zur Seite gelegt worden. Die Schadenshöhe ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Sicher ist nach Angaben der betroffenen Familie nur eines: Die Versicherung wird für den Schaden aufkommen. Wenigstens ein kleiner Trost.

Lob für die Feuerwehr

Die Halternerin ist bei all dem Schrecken, der ihr noch immer in den Knochen steckt, auch dankbar. Die Feuerwehr sei sehr schnell vor Ort gewesen, sagt sie. „Sie haben den Brand äußerst umsichtig gelöscht.“ Nur deswegen sei sie wohl auch von einem zusätzlichen Wasserschaden verschont geblieben. Das Brandopfer sagt es ganz ausdrücklich: „Der Feuerwehr möchte ich ein riesengroßes Lob aussprechen.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt