Trockene Waldböden und Flächen versetzen Turmwächter und Feuerwehr in Alarmbereitschaft

dzHohe Waldbrandgefahr

In den Halterner Waldgebieten herrscht wieder Alarmbereitschaft. Es besteht Waldbrandgefahr der Stufe 4. Vor allem die trockenen Böden sind ein Problem. Auch für die Halterner Feuerwehr.

Sythen

, 23.04.2019 / Lesedauer: 3 min

In den Waldgebieten in Haltern und Umgebung herrscht aufgrund der anhaltenden Trockenheit bereits wieder erhöhte Waldbrandgefahr. Wie Kersten Blaschczok vom Forsthof Haard auf Anfrage erklärte, seien Haard und Hohe Mark aufgrund ihres hohen Kiefernanteils „klassische Waldbrandgebiete“. Mit der Gefährdungsstufe 4 sei die Gefahr daher schon jetzt bereits hoch. Nur noch die Stufe 5 (sehr hohe Gefährdung) liegt darüber. In den übrigen Teilen Nordrhein-Westfalens gelte dagegen derzeit noch weitgehend die Stufe drei, führte der Förster des Regionalverbands Ruhr (RVR) aus.

Trockene Waldböden und Flächen versetzen Turmwächter und Feuerwehr in Alarmbereitschaft

Der Feuerwachturm Rennberg in der Haard: Vor hier aus wird das Gebiet ab der Waldbrand-Gefahrenstufe 3 täglich beobachtet. © Kevin Kindel

Neben den Kiefern sind es die schnell austrocknenden sandigen Böden, die die Mitarbeiter des Forsthofs schon jetzt in Alarmbereitschaft versetzen. In der Haard sind daher die beiden Feuerwachtürme bereits besetzt. Auch auf dem Turm in der Hohen Mark sind die Feuerwächter täglich von 11 bis 19 Uhr im Einsatz. Und das wird auch bis auf Weiteres so bleiben“, sagt der Förster. Grundsätzlich sind die Türme ab Gefahrenstufe 3 besetzt. Mit zunehmender Gefahr kann die Kontrolle von den Feuerwachtürmen aus aber auch noch um zwei weitere Stunden verlängert werden, war von Kersten Blaschczok zu erfahren.

Fahrlässigkeit Hauptursache von Bränden

Demnach entstehen die meisten Brände am frühen Nachmittag. Dann sind die Böden trocken vom Tau, die Vegetation ist ebenfalls ausgetrocknet und es sind viele Radler und Fußgänger im Wald - jetzt in den Ferien ganz besonders. „Fahrlässigkeit ist noch immer die Hauptursache für Waldbrände“, erklärt Kersten Blaschczok. Wenn Menschen ihre Zigaretten gedankenlos einfach nur wegwerfen oder gar ein Feuer zum Grillen entzünden. „Deswegen auch ist das Rauchen im Wald vom 1. März bis zum 31. Oktober absolut verboten“, betont Blaschczok. Feuer sind sogar ganzjährig untersagt.

Hoffen auf Regen

RVR-Förster Kersten Blaschczok hofft nun auf Regen. „Mehr als zehn, besser 20 Liter Regen auf den Quadratmeter dürften es wohl gerne sein“, schätzt er. Denn die Böden seien bis in die tiefen Schichten hinein ausgetrocknet. Schließlich sei die Natur ja bereits mit einem deutlichen Wasserdefizit wegen der lang anhaltenden Trockenheit des vergangenen Jahres in die aktuelle Saison gestartet.

Osterfeuer neu entflammt

Wegen der sehr trockenen Böden zeigte sich am Dienstag auch die Halterner Feuerwehr äußerst vorsichtig. In Sythen-Lehmbraken war in der Mittagszeit neben einem landwirtschaftlichen Betrieb ein Osterfeuer wieder aufgelodert. Um einen durch Funkenflug ausgelösten Flächenbrand zu vermeiden, habe man die Flammen gelöscht, erklärte Georg Bäther, stellvertretender Leiter der Feuerwache. Die trockenen Böden seien derzeit besonders leicht entflammbar.

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