Tödlicher Fahrradunfall: Angehöriger zweifelt Verkehrsregelung an

dzRömerstraße/Drususstraße

Nahestehende der Radfahrerin, die am 25. Mai auf der Römerstraße von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt wurde, zweifeln an einer richtigen Verkehrsregelung vor Ort.

Haltern

, 18.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ausflug nach Haltern am 25. Mai endete für eine 62-jährige Radfahrerin aus Voerde tragisch. Sie hatte mit ihrem Lebenspartner Verwandte besucht, kurz vor 15.30 Uhr machten sich beide auf den Heimweg. Dann ein dramatischer Moment: An der Kreuzung Römerstraße/Drusustraße wurde die Frau von einem vorfahrtsberechtigten Lkw aus Lüdinghausen erfasst.

Zwei Tage später erlag die 62-Jährige ihren schweren Verletzungen. Angehörige sind inzwischen zweimal an der Unfallstelle gewesen. Die Verkehrsreglung an der Kreuzung nahmen sie als sehr gefährlich wahr. „Wir haben die Kreuzung gar nicht als solche empfunden“, schreibt Sebastian Thoeren, der Vater des Lebenspartners der 62-Jährigen, aus Krefeld in einem Brief an die Halterner Zeitung.

Kreuzung durch farbliche Markierungen entschärfen

Kurz vor der Einmündung der Drususstraße in die Römerstraße steht ein Verkehrsschild, das auf die Kreuzung hinweist. Doch dieses Schild sei bei dem ersten Besuch am 28. Mai stark verdreckt gewesen. Inzwischen stehe dort ein neues. „Am 3. Juni, bei unserem zweiten Besuch, konnten wir keinerlei Veränderung an der Kreuzung sehen.“ Durch die Beobachtung der Radfahrer, die von oben die abschüssige Römerstraße Richtung Stadtmitte fuhren, habe er die Befürchtung, dass es weitere schwere Unfälle geben könnte.

Angehörige der verstorbenen Radfahrerin haben an der Römerstraße Kerzen und Blumen aufgestellt.

Angehörige der verstorbenen Radfahrerin haben an der Römerstraße Kerzen und Blumen aufgestellt. © Elisabeth Schrief

Der Krefelder hofft, dass der Unfalltod der 62-Jährigen vielleicht ein Anstoß zu einer Veränderung ist. „Dass hier Tempo 30 gilt und die Regelung rechts vor links ist mir bekannt.“ Sebastian Thoeren schlägt vor, die Unfallkreuzung durch farbliche Markierungen zu entschärfen, um weitere tragische Unfälle zu verhindern.

Bürgermeister versprach, Situation überprüfen zu lassen

Ein Brief mit dieser Anregung ging auch an die Stadt Haltern. Das Bürgermeisterbüro reagierte umgehend. Bodo Klimpel sprach nicht nur seine Anteilnahme aus, sondern auch eine große Anerkennung, dass Sebastian Thoeren sich in der schmerzvollen Trauer auch noch Sorgen um andere Radfahrer mache. Klimpel versprach, die Situation prüfen zu lassen. Mögliche Anregungen würden anschließend in der Verkehrsunfallkommission mit Vertretern der Stadt Haltern, des Kreises Recklinghausen und der Polizei ausgetauscht. Doch als Unfallschwerpunkt taucht diese Kreuzung bislang in den Akten nicht auf.

Das bestätigt auch Polizeisprecherin Ramona Hörst. Wie bei allen schweren Unfällen werde die Polizei die Kreuzung noch einmal in den Blick nehmen. Das geschieht am Freitag (19. Juni). Beamte der Präventions-Dienststelle sehen sich die Situation unter anderem an der Römerstraße an und prüfen, wie insbesondere Fahrradfahrer sicher unterwegs sein können.

Lesen Sie jetzt