Sythener Familie hat den Traum vom naturnahen Garten verwirklicht

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Im Garten von Petra und Günther Efsing in Sythen blüht vieles im Verborgenen. Die richtige Mischung aus Pflege und naturbelassenen Flächen macht ihren Garten zum wertvollen Biotop.

Sythen

, 12.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Haltern am See zu Hause ist, der hat auch ohne eigenen Garten das Glück, inmitten einer blühenden Oase zu leben. Aber auch viele Privatgärten in der Seestadt haben das Potenzial, Sehenswürdigkeiten zu sein. So wie der Garten der Familie Efsing, die in Sythen wohnt. Vor allem Petra Schwarzbich-Efsing ist leidenschaftliche Gärtnerin.

Ein Engel träumt vor Strochschnabel, Roter Lichtnelke und Wisenraute.

Ein Engel träumt vor Strochschnabel, Roter Lichtnelke und Wisenraute. © Antje Bücker

Das 3600 Quadratmeter große Grundstück hinter dem Wohnhaus ist mehr als ein Hobby – es ist eine Passion. Nebenbei fühlen sich hier nicht nur die Menschen, die hier wohnen, wohl, auch zahlreiche einheimische Tierarten haben hier ihre Heimat gefunden.

Sonnige und schattige Plätze wechseln sich ab

Der Grund für die Artenvielfalt ist ein konsequentes Arbeiten mit der Natur und nicht gegen sie. Was bedeutet, dass die Gärtnerin nicht nur Kulturpflanzen pflegt und Blumenrabatten anlegt, sondern heimischen Wildpflanzen ebenso ihren Platz zur Entfaltung lässt.

Kordesrose zwischen Pfefferrminze

Kordesrose zwischen Pfefferrminze © Antje Bücker

So ist der parkähnliche Garten eine bunte Mischung aus sonnenverwöhnten Rasenflächen, schattigen, naturbelassenen Plätzchen, gepflegten Blumenbeeten, Seerosenteich, Steingarten, Bauerngarten, Flächen mit altem und neuem Obstbaumbestand und zahlreichen Rosensorten. Letztere gehören den sogenannten alten Sorten an und verströmen einen Duft, der eine nahezu magische Anziehungskraft ausübt.

Kontrollierter Wildwuchs bietet Tieren Schutz

Fledermäuse, Insekten, Vögel, Igel, Eichhörnchen und Amphibien haben sich das Grundstück als Wohnort auserkoren und bereichern mit ihrem Dasein den Garten. Wer hier stöbert, entdeckt auf jedem Meter heimische Flora und Fauna. „Dazu gehört auch, Totholz, Heckenschnitt und Brennnesseln einen Platz einzuräumen. Gerade solche Ecken sind wertvoller Lebensraum und Rückzugsmöglichkeit für viele Tiere. Auch Fledermäuse profitieren, weil viele der hier wachsenden Pflanzen Nachtfalter anziehen, die dann ihrerseits Nahrung für die Fledermäuse sind“, sagt Petra Schwarzbich-Efsing.

Die verschiedenen Strochschnabelarten blühen ab Ende März bis in den November hinein.

Die verschiedenen Strochschnabelarten blühen ab Ende März bis in den November hinein. © Antje Bücker

Wer meint, ein solcher naturbelassener Garten sei ungepflegt, der irrt. Das Ehepaar investiert viel Zeit, um alles in Schuss zu halten. Hecken und Bäume wollen gepflegt, die Rosen geschnitten werden und die Sitzplätze zwischen den Rasenflächen sollen nicht zuwuchern.

Biotop auch auf kleinster Fläche möglich

Zugegeben: einen Garten mit solchen Ausmaßen hat nicht jeder. Petra und Günther Efsing betonen aber, dass naturnahes und tierfreundliches Gärtnern auch auf kleinsten Flächen möglich ist.

Wenn man die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete Deutschlands mit insgesamt rund 1,38 Millionen Hektar, der Fläche der Privatgärten in Deutschland mit 930.000 Hektar gegenüberstellt, wird klar, welch bedeutendes Potential zur Bewahrung unserer bedrohten biologischen Artenvielfalt auch in unseren Gärten liegt.

Schilf, Binsen, Iris, Hecht- und Pfeilkraut umrahmen den Steg, der den Flachteich vom Seerosenteich trennt.

Schilf, Binsen, Iris, Hecht- und Pfeilkraut umrahmen den Steg, der den Flachteich vom Seerosenteich trennt. © Antje Bücker

„Egal, wie klein ein Garten ist - mit wenigen Veränderungen und Ergänzungen kann er zum insektenfreundlichen Kleinstbiotop gestaltet werden und mit gutem Willen und entsprechenden Maßnahmen lassen sich sogar Schottergärten wieder zum Leben erwecken. Schmetterlingsbäume, ungefüllte und vorzugsweise einheimische Blumensorten, Beeren und blühende Kräuter wachsen auch in Töpfen auf Balkon und Terrasse“, erklärt die Gärtnerin.

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