Sythener Astrofotograf lichtet Planeten und Galaxien ab

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In seinem Garten in Sythen scheint eine Sternwarte mit weißer Kuppel zu stehen. Von hier aus begibt sich Rainer Sparenberg auf Fotopirsch - in den Weiten des Universums.

Sythen

, 19.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Motiv konnte er sich natürlich nicht entgehen lassen: Auch Rainer Sparenberg machte sich nachts zum Halterner Stausee auf, um den Kometen Neowise, der Mitte Juli sogar mit bloßem Auge zu sehen war, abzulichten. Aber eigentlich ist das für ihn keine wirkliche Herausforderung.

Sei 30 Jahren betreibt der 58-jährige Kriminalbeamte die Astrofotografie. Und inzwischen verfügt er über die technischen Voraussetzungen und das Know-How um beeindruckende Aufnahmen zu „schießen“.

Eine Collage einer Mondfinsternis in Haltern am See (28.09.2015).

Eine Collage einer Mondfinsternis in Haltern am See (28.09.2015). © Rainer Sparenberg

Bereits als 12-Jähriger begann sich Rainer Sparenberg für Astronomie zu interessieren. Sein erstes kleines Teleskop schaffte er sich mit Mitte 20 an. Als er vor 20 Jahren nach Sythen zog, spielte die Astrofotografie schon eine entscheidende Rolle bei der Grundstücksauswahl. „Ich habe ein Grundstück gesucht, dass nach Süden ausgerichtet ist, möglichst am Rand eines Feldes, wegen der freien Sicht nach Süden.“

Teleskope unter der Sternenkuppel

Mit diesen Teleskopen fotografiert Rainer Sparenberg Planeten und Galaxien.

Mit diesen Teleskopen fotografiert Rainer Sparenberg Planeten und Galaxien. © Jürgen Wolter

Das haben die Sparenbergs gefunden und dort steht jetzt am Südlichen Gartenrand ein Gartenhäuschen, das oben von einer weißen Kuppel abgedeckt wird. Im Gartenhaus hat Rainer Sparenberg heute seine Teleskope installiert, die Kuppel kam vor zwei Jahren dazu.

„Die habe ich in Marl gekauft. Dort hatte ein inzwischen verstorbener Sternenfreund die Kuppel über seine Teleskope gebaut. Da seine Kinder das Haus jetzt verkaufen wollten, fragten sie mich, ob ich die Kuppel haben wolle. Sie ist sehr gut erhalten, ich musste sie nur ein wenig reinigen“.

Messier 81, eine Galaxie im Sternbild Großer Wagen.

Messier 81, eine Galaxie im Sternbild Großer Wagen. © Rainer Sparenberg

Die Sternenkuppel, lässt sich drehen und die Luke öffnet in die gewünschte Himmelsrichtung. Von dort hat Rainer Sparenberg den freien Blick auf die Planeten und Sternenbilder.

Ein Problem, dass allen Astrofotografen in hiesigen Regionen zu schaffen macht, ist die zunehmende „Lichtverschmutzung“. Immer mehr Beleuchtung erhellt die bewohnten Gebiete der Städte, und dieses Licht stört die Astroaufnahmen. „Dafür gibt es inzwischen auch Filter“, so Rainer Sparenberg. „Aber trotzdem ist Dunkelheit eine Voraussetzung für gelungene Aufnahmen.“

Spitzkoppen Arche: Ein Felsenbogen in Namibia mit Milchstraße.

Spitzkoppen Arche: Ein Felsenbogen in Namibia mit Milchstraße. © Rainer Sparenberg

Mehrere Stunden Belichtungszeit

Im Ausland, etwa Namibia oder Chile, fand er bessere Rahmenbedingungen für seine Fotos vor. Auch in einem Teleskop in Melle am Teutoburger Wald ist er häufig zu Gast, um dort zu fotografieren.

Polarlicht Jökursarlon: Polarlichterscheinung auf Island

Polarlicht Jökursarlon: Polarlichterscheinung auf Island. © Rainer Sparenberg

Für Aufnahmen von Planeten und Galaxien sind mehrere Stunden Belichtungsszeit keine Seltenheit. Sparenbergs Teleskope sind deshalb an einen Antrieb gekoppelt, der die Erdrotation ausgleicht, denn sonst wären die lange belichteten Fotos komplett verwaschen.

„Im April haben wir aber auch hier einen sehr klaren Himmel gehabt“, hat Rainer Sparenberg festgestellt. Er vermutet, das könne mit dem geringeren Flugverkehr während des Corona-Lockdowns zusammenhängen.

Ein Panoramabild eines Polarlichtes in Nordnorwegen.

Ein Panoramabild eines Polarlichtes in Nordnorwegen. © Rainer Sparenberg

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