Streit zwischen Nachbarn eskalierte

Schlägerei im Treppenhaus

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Marl hat am Freitag ein Prozess gegen zwei Männer aus Haltern begonnen. Die beiden Angeklagten, ein 48-Jähriger und ein 32-Jähriger, waren am 26. Oktober 2011 im Treppenflur ihres Wohnhauses in einen folgenschweren Streit geraten. Jetzt beschuldigt jeder den anderen.

HALTERN

, 21.02.2014, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Amtsgericht Marl.

Amtsgericht Marl.

Entsprechend unterschiedlich schilderten die Männer, wie sich der Vorfall ereignet haben soll. Fest steht: Die beiden Parteien lagen offenbar schon länger im Clinch. Am späten Abend des 26. Oktobers scheint die Situation jedoch eskaliert zu sein. Das Ergebnis: ein kaputtes Windlicht, eine tiefe Schnittwunde und ein gebrochener Unterarm.

In ein Windlicht gestürzt

Was war passiert? Der 48-Jährige gab an, dass er vor der Wohnungstür des 32-jährigen Mieters Fotos gemacht habe. "Ich wollte den schlechten Zustand dokumentieren. Dort haben verschiedene Gegenstände den Hausflur und damit auch den Weg zum Dachboden versperrt." Der 32-Jährige habe dies mitbekommen und äußerst aggressiv reagiert. "Er hat plötzlich auf mich eingeschlagen. Ich bin daraufhin einige Treppenstufen rückwärts runtergefallen und in ein Windlicht gestürzt." Dabei habe er sich eine Schnittwunde am Arm zugezogen. Der 32-Jährige habe weiter auf ihn einprügeln wollen. "Ich konnte dann zum Glück einen weiteren Angriff abwehren und ihn in den Schwitzkasten nehmen."Gestolpert Ganz anders schildert dagegen der 32-Jährige den Streit. "Ich habe nichts gemacht", gab er zu Protokoll. Sein Nachbar sei gestolpert. Er habe dem 48-Jährigen helfen wollen. "Dann hat er mich attackiert, auf den Boden gedrückt und fixiert." Anschließend habe der Mann mehrfach auf seinen Arm eingetreten. Mit den Worten: "Ich mach dich kaputt." So schilderte es wenig später auch seine Ex-Freundin.

Der 32-Jährige ist seitdem zu 30 Prozent schwerbehindert. "Ich kann meine Hand bis heute kaum bewegen", sagte er unter Tränen.

Gutachter bestellt Familienangehörige des 48-Jährigen hingegen sagten aus, dass sich der junge Mann seine Hand erst nach dem Streit gebrochen haben könne. Vermutlich bei einem Sturz oder womöglich sogar mit Absicht. Wie genau der Bruch letztlich zustande kam, darauf wollten sich jedoch weder die zwei behandelnden Halterner Ärzte noch ein vom Gericht bestellter Gutachter festlegen.

Die Frage, wer die Wahrheit sagt, konnte das Gericht daher am Freitag n nicht klären. Der Prozess wird nun am 14. März fortgesetzt. Dann werden zwei weitere Zeugen verhört, die zur endgültigen Aufklärung beitragen sollen.

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