Stramm stehen für saure Gurken

LAVESUM Waschen, schneiden, legen. Auf dem Hof Hagedorn hat die Saure-Gurken-Zeit begonnen.

von Von Ellen Adam

, 28.07.2008, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gurken werden sauer eingelegt: Saure-Gurken-Zeit bei Hagedorn.

Gurken werden sauer eingelegt: Saure-Gurken-Zeit bei Hagedorn.

Dort werden die Einmachgläser in Fließbandarbeit bereit gestellt, die Schlemmergurken gewaschen und in Scheiben geschnitten. Geschält und gestückelt werden die Senfgurken. Um die Gläser akkurat zu füllen, bedarf es Gespür für die Menge. Nicht gedrückt, aber dennoch bis zum Deckelrand leuchten die Gurken im frischen Grün, eine rote Paprikascheibe bildet den optischen Kontrast.

Seit acht Jahren verarbeitet Hagedorn die Ernte selbst. Süß-sauer eingelegt oder mit Senfkörnern gewürzt sind die Gewächse eine delikate Beilage etwa zum herzhaften Bauernbrot. Der Verkauf der neuen Ernte beginnt in etwa drei Wochen, wenn die Gurken vom Essigsud durchzogen sind. Auf dem gesamten deutschen Markt spielt die Gurke als Sauerkonserve eine bedeutende Rolle. Das Volumen liegt bei ca. 220 Millionen Euro.

Bei drei von fünf verkauften Gläsern handelt es sich um saure Gurken. Auch die rote Beete wird jetzt geerntet und sauer eingelegt. Benedikt Schulte probierte auf dem heimischen Acker erstmalig eine besondere Sorte aus. Nicht kugelförmig, sondern länglich wie Rüben kann die rote Beete so schneller gewaschen, geschält und in Scheiben geschnitten werden.

Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff „Saure-Gurken-Zeit“ benutzt, um einen sommerlichen Zeitraum zu beschreiben, in dem es außer Gurken nur wenige Lebensmittel gab. Geschäftsleute übernahmen den Begriff für die übliche Konsumflaute in der Ferienzeit und auch im Journalismus hielt er Einzug: Wenn sich in Politik und Kultur wenig ereignet.

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