Stausee sinkt täglich um bis zu vier Zentimeter - Wasser aus dem Kanal sorgt für Abhilfe

dzHalterner Stausee

Hitze und kein bisschen Regen: Die Gelsenwasser AG pumpt weiterhin Wasser des Dortmund-Ems-Kanals in die Stever. Denn die Wasserstände der Halterner Stauseen sinken nach wie vor deutlich.

Haltern

, 28.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wasserversorger Gelsenwasser AG begegnet dem ausbleibenden Regen und den hohen Temperaturen mit weiterhin geöffneten Schleusen am Dortmund-Ems-Kanal in Senden. Rund 70.000 Kubikmeter Wasser werden dort täglich entnommen. „Wir haben die Kanalwasser-Entnahme ein wenig gedrosselt,“, erklärte Gelsenwasser-Sprecherin Heidrun Becker auf Anfrage. Vom Kanal aus gelangt das Wasser in die Stever und füllt anschließend die Becken der Halterner Stauseen. So werden die Wasserstände gestützt.

Neues Pegel-Tief am Hullerner Stausee

Nach Angaben Beckers blieb die Gesamt-Wassermenge in allen drei Seen seit Juli unverändert. Sie liege nach wie vor bei 68 Prozent. Im Hullerner Stausee, der grundsätzlich zuerst abgesenkt werde, beträgt der Füllstand zurzeit jedoch lediglich 33 Prozent. Ende Juli waren es noch 40 Prozent. Noch weiter sinken lassen wollen die Verantwortlichen den Pegel dort nicht - „wir wollen das biologische Gleichgewicht nicht gefährden“, hieß es.

Sauerstoffgehalt steigt langsam

Zuletzt waren seit Anfang August im unteren Bereich der Stever zwischen Halterner und Hullerner Stausee 1,2 Tonnen Fische wegen Sauerstoffmangels verendet. Lediglich maximal drei Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser konnten zu dem Zeitpunkt dort gemessen werden. „Inzwischen liegt der Wert im unteren Bereich wieder bei fünf bis sechs Milligramm, im oberen Bereich bei zehn Milligramm“, so Becker. Das sei für die meisten Fische ausreichend. Fraglich ist derzeit allerdings, ob überhaupt noch Barsche, Karpfen oder Rotaugen im unteren Bereich der Zwischenstever zu finden sind. Heidrun Becker setzt darauf, dass Fische aus dem Hullerner Stausee in die Stever wandern, sobald dieser im Herbst wieder voll ist und das Wasser dann frei fließen kann.

Stausee sinkt täglich um bis zu vier Zentimeter - Wasser aus dem Kanal sorgt für Abhilfe

Nur noch ein Rinnsal: der Zufluss des Mühlenbachs in den Halterner Stausee. © Jürgen Wolter

Im Nordbecken des Halterner Stausees beträgt der Füllstand indes 68 Prozent. „Das ist komfortabel“, meinte Becker. Es gehe schließlich auch darum, die Wassersport-Aktivitäten nicht zu beeinträchtigen. Täglich aber sinke der Pegel hier um drei bis vier Zentimeter. Das Südbecken des Stausees ist grundsätzlich zu 100 Prozent gefüllt. Von hier aus wird es in die Sickerbecken geleitet. Am vergangenen Sonntag waren 317.000 Kubikmeter Trinkwasser geliefert worden. Zum Vergleich: In der anhaltend heißen Phase vor einigen Wochen hatte dieser Wert jeden Tag 380.000 Kubikmeter betragen.

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