Stadtmühlen-Türsteher verlor Augenlicht: Halterner wegen versuchten Totschlags angeklagt

dzStadtmühle Haltern

Nach dem Angriff auf einen Sicherheits-Mitarbeiter in der Diskothek „Stadtmühle“ hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Brüder aus Haltern erhoben. Die Attacke hatte tragische Folgen.

Haltern, Olfen

, 27.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Ausbruch unfassbarer Gewalt. Im August ist ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes in der Diskothek „Stadtmühle“ mit Flaschen, Bierbänken und Faustschlägen attackiert worden. Jetzt hat die Essener Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Vorwurf: versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung.

Die mutmaßlichen Täter sind zwei Brüder aus Haltern – 20 und 26 Jahre alt. Beide wohnten zur Tatzeit noch bei der Mutter, der Jüngere stand als Jugendlicher bereits mehrfach vor Gericht – auch wegen Körperverletzung.

Opfer aus Olfen verlor sein Augenlicht

Es war die Nacht auf den 11. August, als sich die Ereignisse in der Diskothek an der Straße „Zu den Mühlen“ in der Stadtmühlenbucht überschlugen. Mit dramatischen Folgen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verlor ein Augenlicht. Der linke Augapfel war gerissen und komplett aus der Augenhöhle herausgetreten.

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Der Olfener war noch in der Nacht in Münster operiert worden, doch auch die Ärzte konnten das Sehvermögen des Opfers nicht mehr retten.

Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen sogar davon aus, dass die beiden Brüder den Security-Mitarbeiter nicht nur verletzen wollten, sondern auch dessen Tod in Kauf genommen haben.

Erster Schlag mit einer Bierflasche auf den Kopf

Es begann mit einer Schlägerei um kurz vor drei in der Nacht, in die der jüngere der beiden Angeklagten verwickelt war. Er hatte eigentlich Hausverbot, war nur ausnahmsweise eingelassen worden, weil sich der ältere Bruder für ihn verbürgt hatte. Als er die Disko nun wieder verlassen sollte, eskalierte die Situation.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 20-Jährige dem Türsteher mit einer Bierflasche auf den Kopf schlug – genau in Augenhöhe. Anschließend soll er das Gesicht des bereits stark blutenden Opfers nach unten gedrückt und mehrfach über den Tisch gezogen haben – mitten durch die Scherben zerbrochener Gläser.

Prozess wird vor der Jugendstrafkammer verhandelt

Der ältere Bruder soll dabei immer wieder mit der Faust auf das bereits stark verletzte Auge geschlagen haben. Am Ende sollen beide Brüder auch noch Biertische in Richtung des schwer verletzten Opfers geworfen haben.

Die Angeklagten waren rund drei Wochen nach der Tat festgenommen worden und sitzen seitdem in U-Haft.

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Weil der jüngere noch nicht 21 ist, findet der Prozess vor der Jugendstrafkammer des Essener Landgerichts statt. Für ihn beträgt die Höchststrafe damit bis zu zehn Jahre Jugendhaft. Verteidigt werden die Brüder von den Anwälten Thomas Schwieren und Jens Tuschhoff.

Wann die Verhandlung stattfinden wird, steht noch nicht fest.

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