Stadt zur Kritik am Winterdienst: „Wir waren mehr als pflichtbewusst“

Winterdienst in Haltern

Am ersten Februarwochenende versank Haltern im Schnee, der städtische Winterdienst kam mit dem Räumen der Straßen kaum hinterher. Anlieger des Römerviertels waren unzufrieden.

Haltern

, 08.03.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Landwirte halfen im Februar beim Räumen der verschneiten Straßen. Im Ausschuss Bauen und Digitalisierung wurde die Arbeit der Landwirte, des Baubetriebshofes und des Technischen Hilfswerks ausdrücklich gelobt.

Landwirte halfen im Februar beim Räumen der verschneiten Straßen. Im Ausschuss Bauen und Digitalisierung wurde die Arbeit der Landwirte, des Baubetriebshofes und des Technischen Hilfswerks ausdrücklich gelobt. © privat

Das Tief „Tristan“ brachte am ersten Februarwochenende Sturm und Schnee, Haltern versank in einer weißen Pracht. Trotz aller Anstrengungen schaffte es der städtische Winterdienst nicht, überall die Straßen freizuschaufeln.

Anwohner der Römersiedlung hatten auf den leicht ansteigenden und abschüssigen Straßen ihre liebe Not und vermissten die Hilfe des Baubetriebshofes. Dr. Ulrich Mast (Wählergemeinschaft Haltern) trug die Kritik im Ausschuss Bauen und Digitalisierung vor. Er bat um Verständnis: „Sie müssen verstehen, für Westfalen liegt die Römersiedlung schon auf einem Berg.“ Gerd Becker, Leiter des Baubetriebshofes, zeigte Einfühlungsvermögen, berief sich aber auf die Pflichten.

„Schnee ist keine Gefahr, sondern eine Beeinträchtigung“

„Die Stellen, an denen vorrangig geräumt und gestreut werden muss, sind zunächst alle verkehrswichtigen Straßen und gefährlichen Stellen“, führte der Baubetriebshof-Leiter aus. Gemeint sind damit Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen, Brücken, Zufahrtsstraßen zu Schulen, Feuerwachen, Krankenhaus, Kindergärten, Bahnhöfen, Gewerbe- und Industriegebieten, stark frequentierte Fußgängerüberwege und Haltestellen beispielsweise.

Der Winterdienst kämpfte sich durch den Schnee.

Der Winterdienst kämpfte sich durch den Schnee. © Ingrid Wielens

„Wir haben schon mehr geleistet, als der Gesetzgeber uns vorgibt“, betonte Gerd Becker. Und verdeutlichte: Schnee sei keine Gefahr, sondern eine Beeinträchtigung. Kein Gesetzgeber fordere, eine komplette Stadt wie das 160 Quadratkilometer große Haltern schneefrei zu halten.

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Seine Mitarbeiter seien in der winterlichen Februarwoche Tag und Nacht in Bereitschaft gewesen und bei Bedarf sogar um Mitternacht zum Räumen und Streuen rausgefahren. Dieser große Einsatz wurde in der Ausschuss-Sitzung ausdrücklich gewürdigt.

In das Dankeschön schloss die Politik auch die Landwirte und das Technische Hilfswerk als Unterstützer der Stadt ein. Mit Blick auf die Nöte der Römersiedlung sagte Vorsitzender Wolfgang Kaiser: „In einer solchen Ausnahmesituation ist dann auch mal ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe gefragt.“

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