Mit Radladern und Kippern räumte das THW den Schnee vom Marktplatz. © Jürgen Wolter
Wintereinbruch

Stadt kommt nicht gegen den Schnee an und bittet THW um Hilfe

Der Winterdienst arbeitet sich in Haltern weiter vor. Allein allerdings kommen die Bauhof-Mitarbeiter nicht mehr gegen die Schneemassen an. Die Stadt hat an verschiedenen Stellen um Hilfe gebeten.

„Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagt Georg Bockey. Im Kampf gegen den Schnee haben sich demnach die Mitarbeiter des Bauhofs bereits in diverse Wohnstraßen vorgearbeitet. „Wir tun unsere Bestes“, erklärte der Stadtsprecher am Mittwoch. Inzwischen habe die Stadt auch ein sogenanntes Amtshilfeersuchen beim Technischen Hilfswerk (THW) gestartet. „Wir haben dort um Unterstützung gebeten.“ Klar sei dennoch schon jetzt: Nicht alle Wohnstraßen werden geräumt werden können.

Der Winterdienst kämpft sich nach wie vor durch den Schnee.
Der Winterdienst kämpft sich nach wie vor durch den Schnee. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Wer helfen kann, hilft: Ein Trupp des Halterner THW war bereits seit Sonntag ohnehin im Einsatz, um Straßen und Plätze vom Schnee zu befreien. Am Mittwoch allerdings stand auf Bitte der Stadt nun ein weiteres Projekt auf dem Plan: Der Marktplatz in der Innenstadt wurde geräumt.

Mit schwerem Gerät rückte das THW Haltern an: Drei Helfer machten sich mit Radlader und Kipper-Lkw ans Werk. „Wir sind in Absprache mit dem Baubetriebshof der Stadt unterwegs“, berichtete THW-Fachberater Frank Herrmann-Sandkühler. In den Tagen zuvor war er mit seinen Kollegen in den Halterner Ortsteilen und Stadtbezirken unterwegs gewesen, hatte Plätze und Straßen vom Schnee befreit worden.

„Hier in der Innenstadt gibt es ja keine Möglichkeiten, den Schnee zur Seite zu räumen“, erklärte Herrmann-Sandkühler, der zusammen mit Timo König und Hartmut Henseleit im Einsatz war. Deshalb wurden die Schneeberge zusammengeschoben und mit Radladern auf Kipper-Lkw verladen. „Damit geht es zum Gelände am Lippspieker, dort wird der Schnee abgeladen“, so Hartmut Henseleit.

Die Stadt macht sich aber auch Sorgen, wie lange das Wasser auf dem Pflaster in der Innenstadt stehen würde, wenn man den Schnee einfach schmelzen ließe. Auch den Grundwasserpegel habe man im Blick. Bockey: „Daher ist es gut, wenn die Innenstadt möglichst schnell vom Schnee befreit wird.“

Daumen hoch und Applaus

Die THW-Helfer waren von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends im Einsatz – bei der Kälte nicht gerade ein Vergnügen. Auch die Zufahrten zum Markt – Mühlen-, Lipp-, Mersch- und Rekumer Straße – wurden geräumt. Bei Bredeek gab es zum Glück einen warmen Kaffee. „Es gab zwar einige Leute, die gemeckert haben, aber insgesamt haben wir viele positive Reaktionen erlebt“, sagt Frank Hermann-Sandkühler. „Daumen hoch oder sogar Applaus gab es öfter. Viele haben uns Kaffee angeboten oder Kekse, und auch Toiletten. Das motiviert natürlich.“

Der Winterdienst der Stadt muss indes zunehmend gegen festgefahrene Schneedecken ankämpfen. Nach Angaben Bockeys sammele sich gerade an Straßenabbiegungen viel Eis und Schnee – „das bekommen wir nicht alles weg“. Erneut bat der Stadtsprecher um Verständnis angesichts der außerordentlichen Wetterlage.

Die Stadt habe auch einige Lohnunternehmen mit Räumungsarbeiten beauftragt, hieß es weiter.

Die Landwirte dagegen sind aktuell nicht mehr im Einsatz. Jeder habe in seiner Nachbarschaft geholfen und sei dabei auf viel positive Resonanz gestoßen, bilanzierte der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbands Haltern, Ludger Winkelkotte. Dafür seien die Bauern dankbar.

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Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens
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Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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