Stadt Haltern will weitere Windräder in der Hohen Mark auf Eis legen

Windenergie

Baudezernent Siegfried Schweigmann überraschte die Politik mit seiner Nachricht, dass in der Hohen Mark zwei weitere Windräder gebaut werden sollen. Die Stadt will die Pläne auf Eis legen.

Haltern

, 06.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
In der Hohen Mark sollen zu zwei laufenden, drei kurz vor Baubeginn stehenden Windrädern und einer beantragten Anlage zwei weitere Windräder entstehen.

In der Hohen Mark sollen zusätzlich zu zwei laufenden (Foto) sowie drei kurz vor Baubeginn stehenden Windrädern und einer beantragten Anlage zwei weitere Windräder entstehen. © Kevin Kindel

In der Hohen Mark in Lippramsdorf werden in den nächsten Monaten drei neue Windräder gebaut, für ein viertes wartet der Investor auf die Genehmigung des Kreises. Am 4. Juni überraschte Baudezernent Siegfried Schweigmann den Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt mit der Nachricht, dass private Investoren gerade zwei weitere Anlagen beim Kreis beantragt haben.

Südlich von Holtwick und nahe der Vogelbergsiedlung

Der eine Standort liegt südlich der Holtwicker Straße und ist rund 771 beziehungsweise 772 Meter von Holtwick und Lünzum entfernt. Der andere befindet sich unterhalb des Alten Weseler Weges mit einer Distanz von 974 Metern zur Vogelbergsiedlung. Doch die Stadt will die Vorhaben zunächst auf Eis legen.

Sie beantragt beim Kreis Recklinghausen eine Zurückstellung der Anträge - wie schon für die beiden geplanten Windräder in Hullern. „Solange das Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationszonen läuft, wird die Verwaltung konsequenterweise das gemeindliche Einvernehmen versagen“, betonte Siegfried Schweigmann. Die konkrete Betrachtung von möglichen Windvorrangzonen in Haltern soll im Sommer beginnen.

Der Kreis wird den Antrag aus Haltern prüfen. Es ist aber offen, ob er das Vorhaben tatsächlich ruhen lässt. Ein Automatismus ist damit nicht verbunden, sagt Kreissprecher Jochem Manz.

Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung

Baudezernent Schweigmann verwies auf die Änderung des Baugesetzbuches durch die Bundesregierung, wonach gesetzlich ein 1000 Meter-Abstand von Windenergieanlagen zu Wohngebäuden festgelegt werden soll. Die Länder können auf eigenen Wunsch geringere Abstände zulassen. Schweigmann geht jedoch davon aus, dass NRW davon keinen Gebrauch machen wird. „Ich begrüße es, wenn endlich Rechtssicherheit in dieser Frage eintritt.“

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