Meinung

St. Sixtus schöpft mit einem Eierbecher den Stausee leer

Bei der Bullitour der Pfarrei mit der Caritas und den Caritaskonferenzen wurde die katholische Kirche als reformwillig präsentiert. Doch die ausufernden Probleme kann man nicht einfach so wegreden.
Die Pfarrei St. Sixtus kommt mit den Menschen ins Gespräch. © Blanka Thieme-Dietel

Die Liste der Skandale in der katholischen Kirche ist lang. Angefangen bei den unerträglichen Missbrauchsfällen bis zu den aufgedeckten Fällen aus Kanada mit hunderten toten Kindern in katholischen Umerziehungsheimen. Und auch die Ansichten sind völlig veraltet: Homosexuelle und geschiedene Menschen werden weiter ausgegrenzt. Frauen haben noch immer nichts zu sagen.

So erreicht die Kirche ihre Schäfchen nicht mehr. Sie flüchten. Und kommen nie wieder. Was sich an den jährlichen Austrittszahlen deutlich zeigt. Der Ruf nach Reformen ist deshalb so laut wie nie – auch wenn viele schon resigniert haben. Doch aus Rom kommt nichts.

Wie soll die Kirche vor Ort mit so viel Ignoranz umgehen? Die Pfarrei St. Sixtus kommt mit den Menschen ins Gespräch. Und die Bullitour unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ zeigt deutlich: Der Gesprächsbedarf ist hoch. Die Organisatoren sagen, es habe gut getan, miteinander ins Gespräch zu kommen. Man habe gespürt: Hauptverantwortliche wie einfache Gläubige suchen beide nach einer neuen Kirche.

Pfarrei alleine wird die Kirche nicht retten können

Sicher, das kann im Kleinen helfen. Aber so gut dieser Ansatz vor Ort auch ist: Allein wird die Pfarrei St. Sixtus die Kirche nicht retten können. Denn das ist wie das Ausschöpfen des Halterner Stausees mit einem Eierbecher. Doch andere werden sagen: Das ist wie das Entzünden einer Kerze, die einen dunklen Raum mit Licht erfüllen kann.

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