Sportmedizinische Untersuchung vor dem Training

Serie "Iron Daniel"

Schnell rauf aufs Rad oder rein in die Laufschuhe? Besser nicht. Für Untrainierte wie mich kann es ziemlich riskant sein, einfach die Sportschuhe zu schnüren und sich richtig zu verausgaben. Eine Untersuchung kann vorab nicht schaden. In diesem Teil der Serien "Iron Daniel" beschreibt unser Redakteur die Prozedur.

HALTERN

, 10.03.2015, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sportmedizinische Untersuchung vor dem Training

Für sein Projekt "Iron Daniel" hat Daniel Winkelkotte einen medizinischen Check durchführen lassen.

Insbesondere für Einsteiger und Wiedereinsteiger ist es ratsam, vorab eine sportmedizinische Untersuchung beim Hausarzt durchführen zu lassen. Zwar übernehmen die Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht, doch das Geld ist gut investiert.

„Sie könnten zum Beispiel ein unentdecktes Herzleiden haben. Das könnte beim Sport unter Umständen sehr gefährlich werden“, erklärt mir Beate Michel, die mit ihrer Kollegin Dr. Astrid Keller eine Gemeinschaftspraxis in Haltern betreibt, als ich sie am Montag besuche. Die 48-Jährige wird mich heute betreuen. Ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG stehen auf dem Plan. Vorab hatte ich, wie besprochen, bereits einen Herzultraschall bei einem Internisten durchführen lassen.

Elektroden am Körper

Ulrike Ostrowski, einer der medizinischen Fachangestellten in der Halterner Gemeinschaftspraxis, bepflastert meinen Körper mit Elektroden, die mit einem Messgerät verbunden sind. Das Messgerät zeichnet verschiedene Werte auf wie Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Herzschläge.

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Frau Michel kann anhand des Ruhe-EKGs beurteilen, ob mein Herz ausreichend durchblutet wird, wenn ich mich körperlich nicht anstrenge. Meine Werte sind zum Glück in bester Ordnung. Doch das Schlimmste steht mir ja jetzt noch bevor – der Fahrrad-Ergometer.

Der Puls steigt

Wieder werde ich verkabelt. Dann geht’s los. „Wir starten bei 50 Watt und steigern alle drei Minuten die Belastung“, erklärt mir Ulrike Ostrowski das Prozedere. „Sobald ich Anzeichen einer Überbelastung oder Störung der Herzrhythmusfunktionen erkenne, hole ich Sie sofort runter vom Rad.“

Der Start ist angenehm. Noch ist das Treten in die Pedale nicht besonders anstrengend. Doch ganz allmählich merke ich, wie die Beine schwerer werden und der Widerstand stärker – meine Leistung steigt: 75, 100, 125 Watt. Mein Puls und mein Blutdruck auch.

Dicke Schweißperlen

Nach rund zwölf Minuten trete ich mit 150 Watt. Mittlerweile tropfen dicke Schweißperlen von meiner Stirn. Drei Minuten lang halte ich die 150 Watt aus. Dann ist es geschafft. Mein Herzschlag fährt von etwa 185 Schlägen pro Minute beim Ausradeln auf den normalen Wert – ungefähr 70 Schläge pro Minute – runter. „Herz und Kreislauf funktionieren.

Sie können ihr Sportprojekt also in Angriff nehmen“, sagt mir Beate Michel anschließend im Gespräch. Mein Projekt wolle das Praxisteam weiter verfolgen. Michel: „Es ist noch Luft nach oben. Ich bin gespannt.“ Ausreden habe ich jetzt jedenfalls nicht mehr. 

Das Projekt "Iron Daniel": Daniel Winkelkotte ist 33 Jahre alt und seit Oktober 2013 als Redakteur für unsere Zeitung tätig. In den vergangenen Jahren ist er sportlich eingerostet. Mit seinem Projekt „Iron Daniel“ möchte er sich nun wieder in Form bringen. Ende Juni will er einen Volkstriathlon absolvieren. Ratschläge für sein Vorhaben holt er sich bei lokalen Experten und Firmen. Für Sie schreibt Daniel immer mittwochs über seine Fortschritte, Erkenntnisse und Motivationskrisen. Auf diese Weise will er Tipps für Anfänger verraten.

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