Die Ozonwerte, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz für Mittwoch (17. Juni) ermittelt hat. © Umweltportal NRW
Ozonbelastung

Sommer, Sonne, Smogalarm: Auch in Haltern steigen die Ozonwerte

Erhöhte Ozonwerte machen empfindlichen Menschen zu schaffen. Warum das Ozon in Haltern nicht so schnell „wegreagieren“ kann wie in den Ballungszentren.

Es ist wieder ganz schön heiß in Haltern. Wohl dem, der jetzt an einem schattigen Platz arbeiten kann. Nicht nur die hohen Temperaturen selbst machen uns zu schaffen, sondern auch die Ozonwerte in der Luft, die vor allem bei starker Sonneneinstrahlung in Verbindung mit Luftschadstoffen, vor allem Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen aus den Abgasen von Autos, Industrieanlagen und Haushalten entstehen.

Darauf macht das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) aufmerksam. Auf Nachfrage teilte Lanuv-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia mit, dass der Schwellenwert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft, der eine Ozonwarnung auslöst, am Mittwoch (17. Juni) in den Städten Düsseldorf, Mülheim und Ratingen gemessen wurde.

Für Haltern besteht kein Grund zur Besorgnis

Die geschätzten Werte für Haltern mit etwa 130 Mikrogramm pro Kubikmeter sind noch kein Grund für Besorgnis, aber auch kein Anlass, sich gleichgültig im Liegestuhl zurückzulehnen. Eine vom Lanuv veröffentlichte Karte zeigt eine Ozonfahne, die sich über unserer Region in verschiedenen Orange-Tönen bewegt. Je intensiver die Farbe, desto höher fallen die Ozonwerte aus.

Warum aber sind die Werte in der Luft des Halterner Stadtgebiets überhaupt erhöht, wo es hier doch so viel Wasser und grüne Natur gibt? Das habe gerade damit zu tun, dass die Luftverschmutzung in Haltern nicht so groß sei wie in einem Ballungszentrum mit sehr viel Autoverkehr und Industrie, erklärt Birgit Kaiser de Garcia.

In den großen Städten komme es nämlich gegen Abend, wenn die Sonneneinstrahlung nachlasse, zu einer Art Gegenreaktion. Das Ozon reagiere auf die Bestandtteile der Luftverschmutzung und werde wieder zu Sauerstoff. In Gebieten, in denen die Luftverunreinigung nicht so ausgeprägt ist, könne das Ozon nicht so schnell „wegreagieren“. Dies sei vermutlich der Grund dafür, dass in ländlicheren Regionen wie in Haltern manchmal über längere Zeit höhere Ozonwerte gemessen werden.

Empfindliche Menschen reagieren auf höhere Ozonwerte

Empfindliche Menschen, etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung, reagieren mit Schleimhautreizungen, Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen auf den sogenannten Sommersmog. „Auch Personen mit Freiluft-Arbeitsplätzen und Sportler, die durch ihre mit körperlicher Aktivität verbundene hohe Atemrate sowie Säuglinge und Kleinkinder, die durch ihr hohes Atemvolumen vergleichsweise höhere Ozonmengen aufnehmen, können betroffen sein“, schreibt das Lanuv.

Wer in seinem persönlichen Alltag zur Verbesserung der Luftqualität beitragen möchte, verzichtet möglichst auf Autofahrten oder reduziert zumindest die Geschwindigkeit, er bildet Fahrgemeinschaften und verwendet lösungsmittelarme Lacke und Reinigungsmittel.

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Silvia Wiethoff

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