So will die Stadt die Suche nach Parkplätzen rund um zwei Kindergärten lösen

dzAlte Martin-Luther-Schule

Wenn die Stadt die Martin-Luther-Schule zur Kita umbaut und jetzt sogar in größeren Dimensionen denkt, interessiert Eltern vor allem auch eins: Wo können sie parken?

Haltern

, 18.09.2019, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Kaiser, Vorsitzender des Ausschusses Bauen und Verkehr, hatte den Tagesordnungspunkt „Umbau Martin-Luther-Schule zum Kindergarten“ am Donnerstagabend noch nicht zu Ende aufgerufen, da schnellten schon die Finger einiger Politiker in die Höhe. Wer dachte, jetzt entbrennt eine Diskussion um die fehlenden Parkplätze, lag völlig falsch.

Markus Ernst (CDU) erklärte sich wegen seiner beruflichen Einbindung in das Projekt als befangen und setzte sich in den Zuschauerraum, Franz Tönnis (CDU) bekundete sofort uneingeschränkte Zustimmung zu veränderten Bauplänen, während Andy Zimmermann (FDP) harte Kritik austeilte.

Unzufrieden mit Notlösungen

„Wir hangeln uns von einer Notlösung zur nächsten, die FDP vermisst eine solide Bedarfsplanung“, sagte er. Die große Nachfrage nach Kitaplätzen könne doch schon lange keine Überraschung mehr für die Stadt sein.

Kindergarten statt schule

90 Prozent Förderung pro Platz möglich

Der Rat und die zuständigen Ausschüsse hatten bereits vor der Sommerpause beschlossen, die ehemalige Grundschule am Hennewiger Weg zu einem Drei-Gruppen-Kindergarten umzubauen. Nachdem das Landesjugendamt sogar die Zustimmung zu einer Vier-Gruppen-Einrichtung gegeben hat, änderte die Verwaltung die Pläne, die nun von der Politik abgesegnet werden müssen. Immerhin steht jetzt eine Investitionssumme von fast 1,4 Millionen Euro auf der Kostenrechnung. Allerdings gibt es Landeszuschüsse. Die Höhe hängt davon ab, ob die Baumaßnahmen als Neubau oder Umbau anerkannt werden. Werden die Arbeiten als Neubau eingestuft, kann die Stadt mit 90 Prozent Zuschuss von 30.000 Euro je Platz rechnen.

Die FDP stimmte als einzige Partei gegen die Absicht, aus der Martin-Luther-Schule einen Vier- statt (wie vorher beabsichtigt) Drei-Gruppen-Kindergarten zu machen. „Es ist tatsächlich gekleckert worden“, war Marlies Wesseler (Die Grünen) nah bei Zimmermann. Außerdem sei der Standort am Hennewiger Weg nicht ideal, aber ihre Partei werde dennoch den Ausbau unterstützen.

70 Kinder sollen ab Sommer 2020 in der ehemaligen Schule betreut werden, macht zusammen mit dem Martin-Luther-Kindergarten direkt nebenan 140 Kinder, die täglich kommen und gehen. Noch ehe Politiker in die bereits - wie die Halterner Zeitung berichtete - geführte Debatte innerhalb der Elternschaft um fehlende Parkplätze einsteigen konnten, holte Helmut Lampe (Fachbereichsleiter Ordnung/Soziales) ein vorläufiges Konzept aus der Tasche.

Appell an Eltern

24 Kurzzeitparkplätze sollen für einen reibungslosen Bring- und Abholdienst ausgewiesen werden: 10 auf dem kleinen Parkplatz seitlich der Schule, sechs in der Parkbucht an der Ferdinand-Leich-Straße und acht am Hennewiger Weg. Dort gilt ein eingeschränktes Halteverbot, das allerdings ein Halten zu Bring- und Abholzwecken erlaubt. Die zulässige Höchstparkdauer wird montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr auf 30 Minuten festgelegt. „Aus Sicht der Verwaltung sind 24 Parkplätze mehr als manch anderer Einrichtung zur Verfügung stehen und sicherlich ausreichend“, sagte Lampe.

Fußläufig seien zudem weitere legale Parkplätze gut zu erreichen. Die Stadt wird nun ihr Konzept mit dem Träger der neuen Kita, dem Deutschen Roten Kreuz, erörtern. „Wir bekommen das geregelt, wenn Eltern sich in Rücksichtnahme üben“, ist er sicher.

Marlies Wesseler appellierte im Ausschuss an die Vernunft der Eltern. Kindergarten-Kinder müssten nicht mit dem Auto bis vor die Tür gefahren werden. Das Bringen und Abholen könne auch mal mit einem Spaziergang verbunden werden.

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