Sinnvoll oder nicht? - Sollte man die Halterner Stadttauben füttern?

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Jeden Tag eine Ration Haferflocken - besser können es die Halterner Stadttauben nicht haben. Doch ist es sinnvoll, sie zu füttern?

Haltern

, 22.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Mensch und Tier harmonisch zusammenleben, ist das eine gute Sache. Dann hat die Natur meistens ihre Balance gehalten. Wie sieht es aber aus, wenn der Mensch sich einmischt und ausgerechnet eine Tierart fördert, die sich in unseren Städten ohnehin sehr breitgemacht hat?

„Muss das sein?“, fragen sich Halterner, die häufig in der Innenstadt unterwegs sind und in der Rekumer Passage zwischen Penny-Markt und Spielzeuggeschäft bemerkt haben, dass dort regelmäßig Haferflocken für die Stadttauben ausgestreut werden.

Die Stadt Haltern hat dazu ein klare Haltung. „Es gibt bei uns ein Taubenfütterungsverbot“, erklärte Pressesprecher Georg Bockey auf Anfrage. Es sei sicher kein Problem, wenn Kinder einen Brotkrümel auf die Straße werfen, um die Vögel anzulocken, ließ er wissen. Eine gezielte Fütterung aber sei auf keinen Fall erwünscht. Theoretisch könne die Stadt sogar ein Bußgeldverfahren gegen den Verstoß einleiten. Allerdings müsste dann zweifelsfrei feststehen, wer sich der Anordnung widersetzt hat.

Der Taubendreck sorgt für Ärger

Von einem regelrechten Taubenproblem in Haltern will Georg Bockey nicht sprechen. Es habe aber bereits Rückmeldungen gegeben, dass die Bänke am Marktplatz total verdreckt gewesen seien. Dabei würden diese täglich gereinigt.

Das Alte Rathaus beispielsweise wurde durch Netze zwischen den Satteldächern und auch Spitzen obenauf gesichert, damit sich die Tauben dort nicht niederlassen können. Eine Vermehrung der Vögel ließe sich so aber nicht verhindern, so der Pressesprecher.

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Auch Walter Fleuster vom Natur- und Vogelschutzverein Haltern rät davon ab, die Tauben zu füttern. Indem man die Nahrungsbasis verbreitere, würden sich die Tiere noch stärker vermehren, erklärte er im Gespräch mit der Redaktion. „Es ist nicht im Interesse der Halterner, dass die Taubenpopulation größer wird“, führte er aus. Die Vögel, bei denen es sich übrigens um Nachkommen von Brief- oder Haustauben handelt, seien nicht bedroht und bedürften der Hilfe des Menschen nicht.

Die Stadttaube ist Nachkomme der Haustaube

Wie weiteren Berichten über die Stadttaube zu entnehmen ist, liegt wohl in ihrer Herkunft ein Teil des Problems. Im Gegensatz zu ihren Namensvettern liege es nämlich nicht in ihren Genen, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Deshalb sei sie vor allem an Stellen anzutreffen, wo Essensreste zu finden sind. Das Image des Krankheitsüberträgers ist zum Glück nicht zutreffend. Zumindest ist die Taube nicht gefährlicher als andere Wild- und Ziervogelarten.

In Haltern hat sie mittlerweile einen stadtnahen, natürlichen Feind. Die Tauben sind bevorzugte Jagdbeute der Wanderfalken, die im Turm der Sixtuskirche brüten.

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