Sind Sprit und Strom bald nur noch Luxusgüter?

HALTERN Steige ich künftig häufiger auch für längere Strecken aufs Rad oder gleich auf die Bahn um, wenn ich nach Marl will? Ziehe ich drei dicke Pullover über, wenn es mich fröstelt? Was kann ich mir demnächst überhaupt noch leisten?

von Von Frederike Müllender und Elke Rüdiger

, 13.07.2008, 12:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unter fließendem Wasser Geschirr abzuwasschen, ist Verschwendung pur.

Unter fließendem Wasser Geschirr abzuwasschen, ist Verschwendung pur.

Eine finanzielle Schreckensnachricht jagt die andere: Sprit klettert Cent für Cent auf die 1,60 Euro-Marke zu. Energieanbieter drohen ebenfalls mit Preisanhebungen, auch Müllentsorgung und Abwassergebühren sollen teurer werden. Dabei bleibt der „kleine Mann“ auf der Strecke, denn sein Lohn und Gehalt steigen nicht parallel zu den Erhöhungen.

Geräte fressen Strom

Kein Wunder, dass auch Energie-Verbraucherberater Reint Jan Vos aus Marl fast täglich mit der Frage „Wie komme ich billiger weg?“ konfrontiert wird. Wer den richtigen Umgang mit technischen Geräten beherrscht, kann viel Geld sparen: Kein Stand by-Modus, sondern das komplette Ausschalten von TV, Computer, Lampen, Musikanlage (z.B. durch eine Steckerleiste) verringert den Stromverbrauch und damit die Energiekosten enorm. Allein beim Duschen spart ein Erwachsener 256 Euro im Jahr, wenn er im Sommer den Durchlauferhitzer reguliert. „Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel Strom ihre einzelnen Geräte tatsächlich verbrauchen“, appelliert Reint Jan Vos an die Verbraucher, sich erst einen Überblick zu verschaffen.

Keine rosa Aussichten

Er hilft Ratsuchenden – auch dabei, Tarife verschiedener Stromanbieter zu vergleichen. Bis zehn Prozent weniger wären hier möglich. Hausbesitzern rät er, in eine „gescheite Dämmung“ zu investieren. Vielfahrer ab 20 000 km / Jahr sollten ihr Auto umrüsten oder verstärkt Fahrgemeinschaften nutzen. Das schone zusätzlich noch die Umwelt. Ihn selbst regen weniger die Erhöhungen auf, die ließen sich noch erklären: Die Nachfrage steigt, aber das Angebot ist endlich! Was ihm fehlt, ist die Transparenz, wohin die Preiserhöhungen versickern. Einen Ausweg sieht er nicht – und für die Zukunft (erst mal) düstere Aussichten.

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