Silvesterknallerei versetzt Schwan in Haltern in Panik und bringt ihn in tödliche Gefahr

dzRettungsaktion

Böller und Raketen in der Silvesternacht versetzen zwei Schwäne in Panik. Sie flohen aus ihrem Ruheplatz und verloren die Orientierung. Ein Tier brachte die Knallerei in tödliche Gefahr.

Haltern

, 02.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tiere haben keinen Spaß an der Knallerei in der Silvesternacht, im Gegenteil: Sie reagieren sehr sensibel auf lautes Feuerwerk und geraten oftmals in Panik. Bestes Beispiel dafür waren zwei Schwäne, die in Haltern von der Straße und aus einem Kellerschacht gerettet werden mussten.

Als eine Halternerin von einer Silvesterparty in der Innenstadt nach Hause fuhr, traute sie ihren Augen nicht. Mitten auf der Weseler Straße in Höhe der Falken-Apotheke saß ein völlig verstörter Schwan. Sofort hielt sie an, stoppte alle ankommenden Autofahrer, sprach beruhigend auf das Tier ein und trieb es vorsichtig auf den Bürgersteig. Erst einmal hatte sie dem Schwan das Leben gerettet. Aber die Geschichte geht noch weiter.

Mitarbeiter des Baubetriebshofes kamen als Retter

Der Schwan lief bis zur Ecke Weseler/Holtwicker Straße und ließ sich vor der dortigen Reinigung nieder. Die herbeigerufene Polizei wachte solange bei dem Federvieh, bis benachrichtigte Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes eintrafen. Ihnen gelang es zum Glück, den verängstigten Schwan einzufangen. „Die Kollegen haben ihn mitgenommen, zum Stausee gebracht und ausgesetzt“, sagte Stadtsprecher Thomas Gerlach auf Nachfrage. So wurde aus der Flucht eine glückliche Heimkehr in die Heimat.

Ornithologe spricht von einer massiven Störung

Die Polizei und auch Ornithologe Walter Fleuster vermuten, dass der Schwan durch die Böllerei aufgeschreckt wurde, panisch die Flucht ergriff und aufgrund des dichten Nebels in der Neujahrsnacht die Orientierung verlor. „Typisch ist, dass die Vögel dann Straßen oder Glas als Wasserfläche identifizieren und sich ungeachtet aller Gefahren niederlassen“, erklärte Walter Fleuster.

Er hatte schon am Nachmittag des Silvestertages in Hullern beobachtet, wie die Vögel durch Knallerei aufgeschreckt wurden und durch die Lüfte stoben. „Ein Feuerwerk ist eine massive Störung im Leben von Vögeln“, betonte er. Da die meisten der aufgeschreckten Vögel auf Sicht fliegen, können sie sich dann zusätzlich bei Nebel kaum noch orientieren; die Massenpanik verschärft ihr Problem weiter.

Schwan fiel auf der Flucht in Kellerschacht

So erging es vermutlich auch einem zweiten Schwan. Am Neujahrstag gegen 12.50 Uhr meldete sich eine Familie aus dem Tiefen Winkel bei der Feuerwehr. Ein Schwan war in den Kellerschacht ihres Hauses gefallen. Doch letztlich mussten die Kameraden nicht mehr eingreifen. Dem Schwan gelang es aus eigener Kraft, sich zu befreien. Zielgerichtet flog er das nahe Gewässer, die Lippe, an, freute sich die Feuerwehr über den Befreiungsschlag.

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