Sieben Windräder in der Haard sind das Dorfgespräch in Flaesheim

dzWindenergie

In Flaesheim hält sich hartnäckig das Gerücht, dass auf einem Feld in der Haard sieben Windräder gebaut werden. Das sagen Stadt, Kreis und Regionalverband Ruhr dazu.

Flaesheim

, 08.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Flaesheim geht das Gerücht um, dass auf einer freien Ackerfläche am Rande der Haard ein Windpark entstehen soll. Danach sollen Mitarbeiter des Kreises im Rahmen eines Gutachtens seltene Fledermausarten gezählt und davon berichtet haben, dass Landwirte aus Flaesheim auf einem freien Feld drei bis sieben Windräder planen. Was für manchen eigentümlich klingt, ist Dorfgespräch.

Beim Waldbesitzer Regionalverband Ruhr wundert man sich über die Spekulation eines neuen Windparks in der Haard. „Als Regionalplanungsbehörde sind dem RVR bislang keine formellen Plan- oder Genehmigungsverfahren für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen in der Haard bei Flaesheim bekannt“, heißt es aus dem Referat Strategische Entwicklung und Kommunikation. Auf den RVR-Flächen selbst seien keine derartigen Planungen vorgesehen. Der Verband stelle diese Flächen auch derzeit niemand Drittem dafür bereit.

Die Stadt sagt: „Gerücht entbehrt jeder Grundlage“

Halterns Baudezernent Siegfried Schweigmann hat gehört, dass Personen oder Gutachter in Flaesheim unterwegs sein sollen, um für eine oder mehrere Windenergieanlagen Daten vor Ort zu erheben. „Das sind aber keine Mitarbeiter von Behörden oder von Behörden beauftragte Gutachter“, versichert er. Deshalb sagt er auch ganz deutlich: „Dieses Gerücht entbehrt jeder Grundlage.“

Es sei natürlich möglich, dass potenzielle Bauherren beim Kreis einen Antrag für eine Windenergieanlage in Flaesheim stellen. Der Kreis würde dann aber den Antrag der Stadt zwecks Stellungnahme schicken. Nach Auskunft von Pressesprecher Jochem Manz liegen aktuell aber keine Anträge aus Haltern vor. Bei neuen Anträgen spielt ohnehin die Konzentrationszonen-Planung eine Rolle.

Gutachter prüft neue Konzentrationszonen

Bekanntlich erkannte das Oberverwaltungsgericht (OVG) der Stadt 2015 drei vom Rat beschlossene Windvorrangzonen ab. Das Gericht stellte fest: Haltern hätte die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald nicht grundsätzlich ausschließen dürfen und außerdem habe die Stadt der Windenergie nicht ausreichend substanziellen Raum verschafft.

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Bis heute gibt es keine neuen wirksamen Konzentrationszonen, aber den Beschluss des Rates, diese zu entwickeln. Dazu Siegfried Schweigmann: „Hierzu bedarf es einer Überprüfung des Stadtgebietes, um zu sehen, wo überhaupt geeignete Flächen vorhanden sind.“ Die Stadt werde diesen Untersuchungsauftrag in Kürze ausschreiben.

Ob in Flaesheim eine Konzentrationszone und damit ein Windpark entstehe, sei völlig offen. Der Baudezernent schließt ausdrücklich aus, dass es verwaltungsintern solche Überlegungen gibt.

Nach unbestätigten Informationen der Halterner Zeitung lässt ein Landeigentümer tatsächlich eine Studie erarbeiten, ob zwei oder drei Windräder auf dem Ackerland am Rande der Haard machbar und wirtschaftlich sind.

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