Sicherheit für Radler im Straßenverkehr: Halterner Ex-Profi gibt Tipps

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Der Verkauf von Fahrrädern und E-Bikes ist auch in Haltern gestiegen. In der dunklen Jahreszeit stellt sich jetzt aber die Frage nach dem sicheren Fahren. Ein Ex-Rad-Profi gibt Auskunft.

Haltern

, 21.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fahrrad-Branche hat durch die Coronavirus-Pandemie stark profitiert, stellt eine Forsa-Umfrage fest. Auch Halterner Händler bestätigen diesen Trend. Hubert Bienst von „Zweirad Marwitz“ schätzte den Verkaufs-Zuwachs auf „zehn bis 15 Prozent“. Die Bestände hätten sich in diesem Jahr stärker als sonst geleert, sagt er. Auf ein neues Fahrrad müsse man teilweise bis Mitte kommenden Jahres warten. „Die Nachfrage ist wesentlich höher“, sagt Bienst.

Mitunter lange Wartezeiten bei neuen Rädern

Auch Michael Benthaus von Big-Wheel kann von ähnlichen Erfahrungen berichten. „Wir gehen mit unseren Zahlen nicht hausieren, aber wir konnten ebenfalls einen deutlichen Zuwachs beobachten.“ Benthaus bestätigt, dass die Wartezeit einiger Hersteller bis in den Mai hinein dauern kann. „Es gibt aber auch Hersteller wie Riese und Müller, die weiterhin schnell liefern können“, so Benthaus. „Wie die das schaffen, ist Wahnsinn. Da kommt momentan kaum ein anderer hinterher.“


In der dunklen Jahreszeit steigt nun aber auch die Unfallgefahr für Zweiradfahrer. Worauf müssen Radfahrer achten, wie können sie sich schützen? Wie ist das Rad richtig eingestellt? Wir haben den ehemaligen Halterner Profi-Radfahrer und Rad-Experte Markus Schulte-Lünzum gefagt.

Helm und Beleuchtung besonders wichtig

Das Wichtigste beim Radfahren – neben dem Helm – sei vor allem während des Herbstes die Beleuchtung, streicht Fahrradexperte Markus Schulte-Lünzum heraus. Auch Polizeisprecherin Ramona Hörst hebt die besondere Bedeutung der Sichtbarkeit hervor: „Die richtige Beleuchtung kann eine Lebensversicherung sein.“ Das größte Unfallrisiko sei, als Radfahrer übersehen zu werden.

Im vergangenen Jahr wurden laut Hörst 35 Fahrradfahrer bei Unfällen in Haltern verletzt.

Die Fahrrad-Branche boomt - Die Nachfrage ist enorm

  • Laut einer Forsa-Umfrage gaben vor der Corona-Krise 42 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 70 Jahren an, in der Freizeit viel Fahrrad zu fahren. 69 Prozent täten das täglich.
  • Mittlerweile dürfte die Zahl sogar gestiegen sein, denn nach dem ersten Lockdown setzte ein Fahrrad-Boom ein.
  • Deutschlandweit wurden laut dem Zweirad-Industrie-Verband im ersten Halbjahr 2020 ungefähr 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Doch wie beleuchtet der vorbildliche Radfahrer richtig? Schulte-Lünzum klärt auf. „Gut reflektierende Kleidung ist wichtig. Gerade an den Armen und den Beinen, wo man sich bewegt.“ Zusätzlich empfehlenswert sei es, wenn die Kleidung auch an den Seiten gut reflektiere.

Zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehören außerdem eine Lampe und weiße Reflektoren vorne, ein rotes Rücklicht und ein roter Reflektor hinten sowie Pedalreflektoren und vier Speichenreflektoren. Außerdem auch eine gut funktionierende Bremse.

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Die Bremsbedienung darf nicht zu weit von den Händen entfernt sein. Kurz vor dem Bremsen noch einmal umgreifen zu müssen, könnte „wichtige Zehntelsekunden im Ernstfall kosten“, sagt Schulte-Lünzum. Die Bremshebel ließen sich bei fast jedem Fahrrad einstellen. „Gerade Kinder und Personen mit kleinen Händen sollten darauf achten.“

Vor allem in der dunklen Jahreszeit, wenn das Laub von den Bäumen fällt, steigt außerdem die Rutschgefahr. Um die zu minimieren, sollten die Reifen breiter sein und ein gutes Profil vorweisen.

150 Grad Neigung der Knie sind optimal

Zur Sicherheit trägt aber auch die richtige Einstellung von Lenker und Sattel entscheidend bei. Wer sich auf seinem Rad wohlfühlt, fährt sicherer. Der eine mag es lieber aufrechter, der andere fährt lieber etwas gebeugter. An sich gilt aber laut Schulte-Lünzum: „Die Knie sollten auf dem niedrigsten Stand der Pedale nicht ganz durchgedrückt sein, sonst wackelt die Hüfte. Der Sitz sollte aber auch nicht so tief sein, dass man sich beim Fahren die Knie in den Bauch drückt.“ Ungefähr 150 Grad Neigung der Knie auf dem niedrigsten Stand gelten als ideal.

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