Der unangenehmste Teil: Die Probeentnahme aus der Nase. Volontär Niklas Berkel lässt sich testen. © Jürgen Wolter
Corona-Schnelltest

Selbstversuch im Testzentrum: „Erst wenn die Tränen kommen, ist‘s richtig“

Am ersten Tag im Schnelltestzentrum vor der Bären-Apotheke hatte das Team vor Ort bereits gut zu tun. Die Halterner Zeitung hat dem Testzentrum einen Besuch abgestattet - mit Video.

Unangenehm während des Tests, aber Freiheitsgefühle nach dem Erhalt des Ergebnisses, zumindest für ein paar Stunden. So lässt sich die Gefühlswelt nach dem Corona-Schnelltest im Testzentrum vor der Bären-Apotheke in der Halterner Innenstadt beschreiben. Niklas Berkel und Jürgen Wolter von der Halterner Zeitung haben den Selbsttest gemacht.

Viele Hürden stellt die Bären-Apotheke denjenigen, die einen Corona-Schnelltest bei ihr machen wollen, nicht in den Weg. Die Anmeldung verläuft unbürokratisch. Auf der Homepage der Bären-Apotheke (www.baeren-apotheke-haltern.de) wird man auf die Terminvergabe verwiesen. Die ist in rot markiert, daher unübersehbar.

Dort finden sich rasch die noch verfügbaren Termine. Im Hinblick auf die kommenden Tage ist aber nicht mehr viel frei. Viele Termine sind bereits ausgebucht. „Und das ist gut so“, findet Apotheker Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck. Die Corona-Schnelltests seien ein wichtiges Mittel in der Pandemiebekämpfung, sagt er. Nicht internet-affine Bürger können sich auch per Telefon unter der 0151 67556300 für einen Corona-Schnelltest vor der Bären-Apotheke anmelden.

Der Halterner Apotheker Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck träufelt nach einem Schnelltest vor der Bären-Apotheke in der Halterner Innenstadt die Lösung auf einen Teststreifen. Der zeigt am Ende an, ob das Ergebnis positiv oder negativ ist. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Ein paar Daten preisgeben muss man, wenn man sich anmeldet – vor allem für den Fall, ein positives Ergebnis zu erhalten. Name, Adresse, Geburtsdatum und Email werden abgefragt, denn wer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wird, muss nachgetestet werden und sich unverzüglich in Quarantäne begeben. Der Apotheker Schulte-Mecklenbeck meldet jeden Abend die Anzahl der Testungen sowie die Namen positiv getesteter Personen dem Kreisgesundheitsamt. Das kümmert sich danach um die Bürger mit positivem Ergebnis.

Eine lange Schlange hat sich am ersten Tag nicht vor dem Testzelt in der Rekumer Straße gebildet. Pro Test hat die Bären-Apotheke fünf Minuten veranschlagt, um die freiwilligen Helfer, die die Testungen vornehmen, zu entlasten, sagt Philipp Schulte-Mecklenbeck.

Die Probe wird in einem kleinen Röhrchen mit einer Lösung vermischt.
Die Probe wird in einem kleinen Röhrchen mit einer Lösung vermischt. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Der Test an sich ist unangenehm. Der Apotheker sucht tief in der Nase nach Eiweißfragmenten des Virus. Als der Apotheker mir das Wattestäbchen in die Nase schiebt, dauert es länger und länger und wird immer tiefer. „Sie haben aber eine große Nase“, schmunzelt Philipp Schulte-Mecklenbeck. „Aber keine Sorge, bis ans Gehirn stoße ich nicht.“

15 Minuten dauert‘s bis zum Ergebnis

Dem Kollegen Jürgen Wolter, der danach den Test macht, kommen gar ein paar Tränen. Des Apothekers Urteil: „Wenn die Tränen kommen, wurde der Test erst richtig gemacht, haben sie auf der Schulung gesagt.“

Nach der Probeentnahme geht‘s zügig weiter. Die Probe wird in einem kleinen Röhrchen mit einer Lösung vermischt und anschließend auf einen Teststreifen getröpfelt. Nach 15 Minuten erhalte ich das Ergebnis – negativ. Die Apotheke übermittelt die Ergebnisse per Mail. Ist die Lösung auf den Teststreifen getröpfelt worden, darf man gehen.

Das unangenehme Gefühl während der Probeentnahme in der Nase ist aber nichts gegen das Gefühl nach dem Erhalt des Testergebnisses: Zumindest für ein paar Stunden hat man eine relative Sicherheit, nicht infiziert zu sein. Maske tragen und Abstandsregeln einhalten sollte man aber trotzdem.

Positives Fazit des Apothekers für den ersten Tag

Am ersten Tag des Impfzentrums kam das Team vor Ort nicht ganz ohne Stress aus, die Abläufe mussten sich erst einspielen. Zu Verzögerungen kam es deswegen aber nicht. Der Apotheker kann für den ersten Tag ein positives Fazit ziehen: „Uns ist wichtig, dass das Angebot weiterhin so gut angenommen wird“, sagt Schulte-Mecklenbeck.

Er hofft, dass sich weiterhin viele Halterner kostenlos auf das Coronavirus bei ihm testen lassen. Mit den Schnelltests können positive Fälle schneller behandelt und die Ausbreitung des Virus gestoppt werden, hofft er.

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