Schulstart ohne Oma und Opa? Stadt Haltern plant Schulleiter-Treffen

dzSchulstart in Haltern

Die Eltern angehender i-Dötzchen in Haltern blicken bereits auf die Zeit nach den Sommerferien. Ihre bange Frage: Wer darf eigentlich am ersten Schultag mit dabei sein?

Haltern

, 30.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 2,5 Millionen Schüler und fast 200.000 Lehrkräfte in den rund 6000 Schulen in NRW werden auch nach den Sommerferien weiter mit Corona-Schutzmaßnahmen leben müssen - etwa mit Abstandsregeln und Maskenpflicht bei Ansammlungen. So viel steht bereits fest. Doch wer darf in Corona-Zeiten sein Kind am ersten Schultag begleiten? Diese Frage umtreibt Eltern und Angehörige der angehenden i-Dötzchen.

In den sozialen Netzwerken machen Meldungen über Einschränkungen und mögliche Verbote die Runde. In Duisburg werden 4462 Erstklässler am 13. August unter Pandemiebedingungen vermutlich ohne Oma und Opa eingeschult, berichtet die „WAZ“. In Bremen sollen Geschwister der i-Dötzchen außen vor bleiben. Und an anderen Schul-Standorten wird darüber diskutiert, ob angesichts der Corona-Auflagen womöglich nur ein Elternteil mitkommen darf.

Treffen der Schulleiter

Wird es auch in Haltern zu Einschränkungen kommen? „Wie die Umsetzung an den einzelnen Schulen konkret aussehen kann, wissen wir noch nicht. In der kommenden Woche planen wir ein Treffen mit den Leitern aller Grundschulen sowie der weiterführenden Schulen, um mögliche Konzepte abzustimmen“, sagt Halterns Stadtsprecher Georg Bockey. „Wir gehen nach den bisherigen Ankündigungen des Schulministeriums auch davon aus, dass es zum Schuljahresbeginn neue Vorgaben geben wird.“

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377 Erstklässler werden am 12., 13. oder 14. August in Haltern eingeschult. 75 Kinder sind es allein an der Silverbergschule, wie Leiterin Veronika Beher erklärt. „Als Schulleiterin muss ich schauen, was ist aufgrund der aktuellen Situation vertretbar und was kann ich verantworten?“, sagt die Pädagogin, die zugleich Sprecherin der Halterner Grundschulen ist. „Eine große Einschulungsfeier in der Turnhalle wird es bei uns definitiv nicht geben.“ Im vergangenen Jahr sei es schon eng gewesen, obwohl damals deutlich weniger Kinder eingeschult worden seien. Wahrscheinlich müsse die feierliche Zeremonie mit den Eltern unter freiem Himmel auf dem Schulhof stattfinden. „Eins ist klar, unsere Lehrerinnen und Lehrer werden alles dafür tun, den Kindern einen einmaligen Tag und guten Start zu bereiten.“

Mit den Großeltern lieber zu Hause feiern

Bereits vor den Sommerferien habe sie die Eltern der 75 Kinder, die künftig zur Silverbergschule gehen, informiert. „Ich habe die Eltern dabei auch darum gebeten, die Großeltern nicht mit zur Schule zu bringen. Zum einen, weil sie zur Risikogruppe gehören und zum anderen, weil wir es unter den aktuellen Umständen einfach nicht leisten können, einen verantwortungsvollen Rahmen zu schaffen.“ Den Eltern habe sie stattdessen empfohlen, die Einschulung mit den Großeltern „anschließend im kleinen Rahmen zu Hause zu feiern.“

Sie mache sich auch aufgrund der aktuellen Entwicklung wieder zunehmend Gedanken, so die Schulleiterin. Beher: „Die Zahlen steigen ja leider offenbar wieder und niemand möchte, dass die eigene Schule ein Hotspot für Corona wird. Wir müssen sehr aufmerksam sein und mit größer Vorsicht agieren.“

Die Pläne der Verwaltung, durch einen Austausch mit den Schulleitern ein Stimmungsbild zu erhalten, begrüße sie. „Es wäre sicher wünschenswert, dass wir zum Schulstart nach den Ferien möglichst einheitlich vorgehen. Wir müssen flexibel und offen für neue Ansätze sein. Ich bin gespannt, wie es letztlich ablaufen wird.“

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