Corona-Protest: Schulen informieren Eltern über mögliche Anti-Masken-Aktion

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Das NRW-Schulministerium hat die weiterführenden Schulen in Haltern über eine möglicherweise geplante Aktion von Corona-Gegnern informiert. Ob sie stattfindet, ist aber unklar.

Haltern

, 06.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwoch erreichte die Schulleiter der weiterführenden Schulen in Haltern eine Mail aus dem NRW Schulministerium. Darin wird darauf hingewiesen, dass es möglicherweise am Montag (9.11.) auch in Haltern eine Aktion an den Schulen geben soll, in der die Schüler aufgefordert werden, gegen die Pflicht, eine Mund-Nase-Maske zu tragen, zu verstoßen.

„Uns haben Hinweise erreicht, dass die Initiative „Querdenken 711“ am 9. November deutschlandweit an 1.000 Schulen Aktionen gegen die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung durchführen will. Insbesondere sollen Eltern, die Mitglied der Initiative sind oder dieser nahe stehen, Kinder und deren Angehörige auf dem Schulweg ansprechen und diesen unwirksame Masken mit einem Logo der Initiative und eine CO2-Messung unter den Masken der Kinder anbieten, um auf die angebliche Gefährlichkeit und Unwirksamkeit der Masken hinzuweisen“, schreibt Staatssekretär Matthias Richter.

Nicht zum Rechtsbruch auffordern

Daraufhin haben die Schulleiter die Eltern informiert. Sowohl Ulrich Wessel vom Gymnasium als auch Frank Cremer von der Realschule haben sich in einem Schreiben an die Eltern gewandt. Beide betonen das grundsätzliche Recht auf freie Meinungsäußerung. Allerdings dürften die Schüler nicht dazu aufgefordert werden, einen Rechtsbruch zu begehen. „Wir haben eine Fürsorgepflicht unseren Schülern gegenüber“, betonen die Schulleiter. Rechtsbrüche auf dem Schulgelände werde man nicht dulden.

„Sollten Schüler vor der Schule bedrängt werden, würden wir ebenfalls Polizei oder Ordnungsamt verständigen“, so Frank Cremer. Beide Schulleiter, wie auch Dagmar Perret, Leiterin der Hauptschule, haben ihr Kollegium gebeten, das Thema auch im Unterricht anzusprechen und die Wichtigkeit des Maskentragens zu unterstreichen.

Frank Cremer findet auch das Datum der angekündigten Aktion bedenklich. „Wenn die Maßnahme gezielt auf den 9. November, den Tag des Erinnerns an die Reichspogromnacht, gelegt worden sein sollte, um hier Parallelen anzudeuten, dann wäre das einfach widerwärtig.“

Test auf „Unterwanderung“

Ob die Aktion aber tatsächlich stattfinden wird, ist nicht sicher. Die Initiative „Querdenken 711“ hat inzwischen auf ihrer Homepage erklärt, dass diese Aktion nicht geplant sei, sondern nur ein Test der internen Kommunikationsstrukturen gewesen sei, da sie immer wieder vor deren „Unterwanderung“ gewarnt werde.

Auch Schulamt und Ordnungsamt der Stadt sind informiert. Ebenso will die Polizei am Montag ein Auge auf die Schulen im Kreis und ihr Umfeld haben. „Es sind aber keine Veranstaltungen angemeldet“, so eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde Recklinghausen.

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