Noch nicht alle Altenheime in Haltern testen Bewohner und Personal bereits auf das Coronavirus. © picture alliance/dpa
Antigen-Schnelltests

Schnelltests in Halterner Altenheimen starten – Unklarheiten bleiben

Mit Antigen-Schnelltests müssen Bewohner und Personal in Halterner Altenwohnheimen auf das Coronavirus getestet werden. Einige Häuser haben bereits begonnen. Nicht alle Eckdaten sind geklärt.

Dass die Pflegeheime zu wenig Personal hätten, sei nicht erst seit der Coronavirus-Krise bekannt, sagt Peter Künstler, Geschäftsführer und Heimleiter der Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus. Jetzt müsse das Personal zusätzlich die Aufgabe stemmen, die Mitarbeiter und die Bewohner mit Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus zu testen.

Nach Angaben von Peter Künstler behelfen sich die Pflegeeinrichtungen St. Anna und St. Sixtus, indem sie für ihre Wohnhäuser weiteres Personal von Zeitarbeits-Firmen einstellen. Dieses soll sich dann vornehmlich um die Corona-Schnelltests kümmern. Einmal die Woche sollen alle Bewohner und das gesamte Personal getestet werden, teilt Künstler mit. Bei Symptomen werde außerdem personenbezogen auch sofort getestet.

St. Anna, St. Sixtus und Lambertusstift starten bald

St. Anna und St. Sixtus starten am 2. und 3. Dezember mit den Schnelltestungen. Ab Montag, 7. Dezember, soll dann regelmäßig per Antigen-Schnelltest untersucht werden, so Künstler. Im Lippramsdorfer Lambertusstfift wird bereits getestet. Am vergangenen Montag (25. November) waren die regelmäßigen Testungen gestartet, teilt der Geschäftsführer Wilfried Kersting mit.

Auch im Lambertusstift werden Bewohner und Personal getestet – das Personal einmal wöchentlich, die Bewohner bei entsprechenden Covid-Symptomen. Zusätzliches Personal stellt das Altenheim in Lippramsdorf nicht für die Testungen ein. Dort übernehmen die Fachkräfte vor Ort diese Aufgabe.

Kahrstege möchte „zeitnah beginnen“

So handhabt es auch das Seniorenzentrum Kahrstege des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). „Unser Plan ist, das mit bestehendem Personal hinzubekommen“, sagt Martin von Berswordt-Wallrabe, Sprecher des ASB-Regionalverbands. Die Pflege-Fachkräfte werden extra geschult, um die Tests durchzuführen. Mit den Testungen soll am kommenden Montag (30. November) begonnen werden, so der Sprecher.

Dort sollen Bewohner und Mitarbeiter im 14-Tage-Rhythmus getestet werden. Zudem auch Besucher, die regelmäßig kommen. Alle anderen Besucher sollen weiterhin durch ein sogenanntes Monitoring auf Covid-19-Symptome überprüft werden. Ihnen werden dabei Fragen zu möglichen Symptomen gestellt und Fieber gemessen. Werden Symptome festgestellt, werden auch sie per Schnelltest getestet und dürfen die Angehörigen nicht besucht werden.

Häufig getroffene Annahme sei falsch

Im Alloheim soll es einmal wöchentlich für die Besucher die Möglichkeit einer Schnelltestung geben. Priorität hätte aber weiterhin, die Bewohner zu versorgen und zu pflegen, so ein Sprecher der Alloheim Senioren-Residenzen. „Insofern ist unser Ziel, die Mehrbelastung unserer Mitarbeiter möglichst gering zu halten.“

Ohnehin sind die Sprecher aller Halterner Altenheime sich einig, wenn sie feststellen: Die Zeit, die für die Tests benötigt wird, geht für die Bewohner verloren.

Im Alloheim werden die Besucher gebeten, sich telefonisch anzumelden, wenn sie ihre Verwandten besuchen wollen. Begonnen mit den Testungen hat das Alloheim am 25. November (Mittwoch). „Die häufig getroffene Annahme, dass wir als Einrichtung unter anderem ab sofort dazu verpflichtet sind, alle Besucher per Schnelltest zu testen, ist nicht richtig“, so der Sprecher.

Finanzierung ist noch unklar

Unklar ist derzeit noch die Finanzierung der Schnelltests. Momentan bezahlen die Pflegeeinrichtungen diese. Sicher ist, dass die Tests refinanziert werden sollen. Wann und wer die Kosten übernimmt, werde aber noch geklärt. Pro Test werden laut Peter Künstler ungefähr 6 Euro von den Pflegekassen berechnet. Zusätzlich werden knapp 7 Euro für den Personalaufwand angesetzt.

Das allerdings sorgt bei den Heimleitern und Sprechern für Verwunderung. Denn in Krankenhäusern würden insgesamt 19 Euro für Test und Personal berechnet. „Wenn das so bleibt, finden wir das sehr verwunderlich“, sagt von Berswordt-Wallrabe. Schließlich falle doch für den Test die gleiche Arbeit in Krankenhäusern und Pflegeheimen an.

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