Die Überreste des alten Hotels Seestern liegen seit über einem Jahr auf dem Grundstück. Knackpunkt in den Verhandlungen ist die grundbuchrechtliche Trennung vom Appartementhaus Hullerner Straße 40. © Elisabeth Schrief
Bauprojekte am See

„Schandfleck“: Halterner ärgern sich über Schuttberge – Hotelbau später

Für die Stadt hat die Realisierung eines neuen Hotels am Stausee oberste Priorität. Aktuell tut sich allerdings nichts, selbst die Schuttberge des alten Seesterns sind nicht abgefahren.

Für das Stauseeufer rund um den früheren Seestern haben zwei Investoren große Pläne. Der städtische Fachbereich Planen und Wirtschaftsförderung arbeitet derzeit unter anderem an Fachbeiträgen und stimmt sich wegen der Aufteilung der Grundstücksflächen ab. Nächstes Ziel ist die Offenlage des Bebauungsplanes, um letztlich Baurecht an einer der prominentesten Stellen Halterns zu schaffen. Bei der Bauleitplanung steht diese Arbeit neben den Bebauungsplänen Nesberg, Naturbadestrand Silbersee und Stigthaube Lippramsdorf an erster Stelle. Allerdings gibt es derzeit auf den künftigen Baustellen Verzögerungen.

Aus der Vogelperspektive betrachtet: Rechts das Appartementhaus, das einst zum Hotel Seestern gehörte, links das Grundstück mit Schutthaufen der alten Ruine. An dieser Stelle sollen Ferienappartements entstehen. © www.blossey.eu © www.blossey.eu

Ein Dorn im Auge sind Spaziergängern mittlerweile die großen Schuttberge, die nach dem Abriss des Seesterns liegen geblieben sind. „Das ist ein riesiger Schandfleck an unserem schönen See. Ist die Verwaltung ohnmächtig?“, fragt eine erboste Halternerin. Baudezernent Siegfried Schweigmann ist nicht glücklich über den Zustand auf dem Grundstück. Aber die Beseitigung des Schutts sei Aufgabe des Eigentümers, sie liege in seiner Verantwortung. Die Stadt habe keine Möglichkeit, einzugreifen.

Alte Einheit von Hotel und Appartementhaus trennen

Fakt ist, dass es vor Ort noch Unstimmigkeiten gibt. Seit gut sechs Jahren versuchen Eigentümergemeinschaft „Seestern GmbH & Co.KG“ sowie Eigentümer des benachbarten Appartementhauses ein Problem zu lösen. Denn das ehemalige Hotel und das einst direkt damit verbundene Appartementhaus sind als Einheit ins Grundbuch eingetragen, die Verhandlungen über die Trennung haben noch kein einvernehmliches Ende gefunden. Ob die Schuttberge als Druckmittel benutzt werden, wie die Halternerin behauptet, ist eine Spekulation.

Anstelle des Seesterns plant die Eigentümergemeinschaft ein modernes, lichtdurchflutetes drei- bis fünfgeschossiges Ferien-Appartementhaus.

Ein Einkaufswagen vor den Schuttbergen des alten Hotels Seestern. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Direkt nebenan, auf städtischem Grund, will das Franz Sales Haus, ein sozialer Dienstleister aus Essen, ein barrierefreies Vier-Sterne-Hotel mit 80 Zimmern bauen. Das Besondere daran ist, dass hier 25 Menschen mit Behinderungen arbeiten werden. In diesem Inklusionshotel wird es drei verschieden große und kombinierbare Veranstaltungsräume, ein Restaurant mit Außenterrasse, eine Vinothek sowie eine Minigolf-Anlage mit Kioskbetrieb geben. Betrieben wird es von der Tochtergesellschaft „in service GmbH“ des Franz Sales Hauses.

Franz Sales Haus bittet um etwas Geduld

Das erste Halbjahr 2021 galt als gesetzt für den Spatenstich. Doch dieser Zeitplan ist überholt – nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Es habe intern einige größere Corona-„Baustellen“ gegeben, um die man sich zunächst einmal habe kümmern müssen, so eine Sprecherin des Franz Sales Hauses. Aber die Pläne hätten sich nicht nur durch Corona verändert. „Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit einen Architekturbüro-Wechsel geben müssen“, erklärte die Sprecherin gegenüber der Halterner Zeitung. Einzelheiten dazu möchte das Franz Sales Haus aber nicht nennen.

Aber der Soziale Dienstleister aus Essen betont, an den Plänen in Haltern festhalten zu wollen. Dazu stehe er in engem Kontakt mit der Halterner Stadtverwaltung. „Wir möchten weiterhin ein schönes Hotel in Haltern bauen, das an dem Standort ein echter Mehrwert für alle sein soll“, betont die Unternehmenssprecherin. „Wir bitten weiterhin um Geduld.“ Das Franz Sales Haus sei dafür bekannt, nach einer längeren Planungsphase immer gute Projekte zu realisieren.

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Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief
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